Der Wille zu mehr Diversität und einer neutralen Einstellungspolitik ist in vielen Unternehmen da, doch scheint es an der praktischen Umsetzung noch zu hapern. Es mangelt an Verantwortlichen und an Tools, die diese Ziele unterstützen können.

Das geht aus einer Umfrage des HR- und Payroll-Dienstleisters SD Worx hervor, an der 4.371 Unternehmen aus Europa teilgenommen haben. Von den deutschen Teilnehmern bekannten sich knapp 58 Prozent zu einer neutralen Einstellungspolitik und damit für mehr Vielfalt im Einstellungsprozess. An der Spitze liegen Belgien und das Vereinigte Königreich mit 69 beziehungsweise 68 Prozent.

Die Förderung von Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion innerhalb der Unternehmen sollte sich in der internen sowie externen Kommunikation als auch bei der Durchführung von Veranstaltungen zeigen, heißt es bei SD Worx weiter. Viele deutsche Unternehmen kommunizieren ihr Engagement durch diskriminierungsfreie Stellenanzeigen (54 Prozent), weitere 51 Prozent verankern ihre Diversitätsziele in ihrer Unternehmensphilosophie und knapp die Hälfte dokumentiert dies über ihre Website.

Fast 50 Prozent aller deutschen Unternehmen bieten Schulungen für Führungskräfte zum Umgang mit Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion an, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Damit Unternehmen einen besseren Überblick über ihre Zielsetzungen im Bereich der Diversitätsförderung erhalten, benötigten sie nach Auffassung des HR-Dienstleisters aber auch Berichterstattungssysteme, die sämtliche Entwicklungen und Initiativen erfassen. In Deutschland verfügen darüber aber erst 42 Prozent.

Noch weniger – 40 Prozent – haben für die Einhaltung und Überwachung ihrer Ziele eine oder mehrere Personen benannt, die für die Maßnahmen zur Förderung der Vielfalt im Unternehmen vorübergehend oder dauerhaft verantwortlich sind. Das könnte sich ändern: Von 2024 an verlangt eine neue europäische Gesetzgebung von Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden, dass sie die Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt aktiv nachweisen, berichtet SD Worx.

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