Analysen haben es oft genug gezeigt: Diversität und Inklusion zahlen sich für Unternehmen aus, unter anderem bei der Innovationskraft und beim Image. Wichtig ist aber, diese Werte auch wirklich zu leben. Wer sich nicht zugehörig fühlt, macht sich eher auf die Suche nach einem neuen Job.

Das geht aus einer Studie der Beratung Bain & Company hervor, für die 10.000 Angestellte in Europa, Amerika und Australien befragt wurden. Danach profitieren nur die Unternehmen von Vielfalt und Teilhabe, die die Integration verschiedener Geschlechter und Altersgruppen sowie Beschäftigter unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft konsequent vorantreiben. Oftmals bestehe jedoch noch kein Konsens darüber, was erfolgreiche Inklusion für alle Beteiligten ausmacht und welche Parameter geeignet sind, um den Nutzen bestimmter Maßnahmen zu beurteilen.

Unabhängig von Faktoren wie Hautfarbe oder ethnischer Herkunft fühlten sich insgesamt nur 30 Prozent der Befragten am Arbeitsplatz voll einbezogen und geachtet. Dabei ist ein inklusives Umfeld für fast zwei Drittel ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung für eine Stelle bei einem neuen Arbeitgeber. Fehlt im Unternehmen die entsprechende Kultur, kann sich das auch negativ auf die Personalbindung auswirken, sagt Bain-Partnerin Mareike Steingröver. Daher greife es zu kurz, lediglich die Recruiting-Strategie zu ändern oder allein auf Quoten zu setzen.

Die Berater gingen in der Studie auch der Frage nach, wie sich Unternehmen zu inklusiveren Organisationen entwickeln können. Im Vordergrund stünden dabei drei Schritte. Zunächst gelte es, Verpflichtung zu signalisieren, indem man klare Ziele zu Diversität und Inklusion kommuniziert: „Allein das steigert schon bei vielen Beschäftigten das Zugehörigkeitsgefühl.“ Danach sollten den Worten Taten folgen – etwa, indem Programme für Beförderungen, Coachings und Fortbildung etabliert werden. Die nächste Karrierestufe in Aussicht zu haben, stärke das Empfinden, vollwertiges Mitglied des Unternehmens zu sein, ganz erheblich.

Schließlich sollte auch das Zusammengehörigkeitsgefühl gesteigert werden: „Gefördert werden müssen Begegnungen und Kooperationen mit Gleichgesinnten und Mentoren.“ Menschen fühlten sich gesehen, wenn sie Verbündete haben, die sie begleiten und ihnen Hilfestellung leisten.

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