Es soll Schluss sein mit dem Klischee des nerdigen Programmierers. Darauf deutet eine repräsentative Bitkom-Befragung hin, nach der sich zumindest 24 Prozent der IT-Unternehmen Ziele gesteckt haben, um den Frauenanteil zu erhöhen. Weitere 14 Prozent planen das bereits konkret, während 29 Prozent noch darüber diskutieren.

Das bedeutet aber auch, dass solche Ziele für nahezu ein Drittel der mehr als 500 befragten Unternehmen jetzt und künftig kein Thema sind. Insgesamt beschäftige die Branche in Deutschland derzeit 1,25 Millionen Menschen, heißt es bei dem Digitalverband weiter: „Frauen sind dabei stark unterrepräsentiert.“

Tatsächlich ist der Frauenanteil bisher gering. So haben 11 Prozent der befragten Unternehmen keine einzige Frau in der Belegschaft. Bei 76 Prozent liegt der Frauenanteil bei weniger als 25 Prozent. Lediglich in 7 Prozent der Unternehmen sind es zumindest zwischen 26 und 50 Prozent. Je kleiner das Unternehmen ist, umso kleiner ist in der Regel auch der Frauenanteil. Unternehmen aller Größen eine allerdings, dass man Frauen besonders selten in der Führungsetage finde: 49 Prozent haben keine einzige Frau im Top-Management.

Woran liegt’s? 66 Prozent gaben an, dass traditionelle Rollenbilder in den Unternehmen dazu beigetragen hätten, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen gering ist. Zudem vermuteten 62 Prozent eine geringe Attraktivität der digitalen Wirtschaft für Frauen in Führungspositionen. Hürden beim Wiedereinstieg, etwa nach einer Schwangerschaft, sahen 51 Prozent der Unternehmen als problematisch an. 41 Prozent glaubten, dass die Präsenzkultur in Firmen hemmend für Frauenkarrieren sei und knapp jedes dritte Unternehmen sah eine gläserne Decke in der Branche.

Zudem gibt es vielerorts niemanden, der – oder die – sich des Themas annehmen würde. In 50 Prozent der Unternehmen fehlt die Zuständigkeit für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Lediglich in 2 beziehungsweise 3 Prozent der befragten Firmen gibt es Gleichstellungs- beziehungsweise Diversity-Verantwortliche. Bei 24 Prozent übernimmt die Personalabteilung diese Aufgabe, bei 22 Prozent ist sie unmittelbar in der Geschäftsführung angesiedelt.

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