Auch wenn sich viele Arbeitgeber um Inklusion bemühen: Es gibt noch viel Handlungsbedarf. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage, nach der rund die Hälfte der Deutschen noch nie mit einem Menschen mit Behinderung zusammengearbeitet hat. Viele Arbeitsplätze sind außerdem nicht barrierefrei.

An der Umfrage der Jobbörse Monster und des Aktivisten Raul Krauthausen haben im Juni 2.084 Personen teilgenommen. Lediglich 37 Prozent von ihnen gaben an, schon einmal direkt mit einem Menschen mit Behinderung zusammengearbeitet zu haben. Bei neun Prozent war zumindest schon einmal eine Kollegin oder ein Kollege mit Behinderung in der Abteilung.

„Die Zahlen zeigen einmal mehr, wie viel es in Sachen Inklusion in der Arbeitswelt noch zu tun gibt“, kommentiert Krauthausen, Mitgründer des Vereins Sozialhelden, das Ergebnis. Kommen Menschen mit und ohne Behinderung nicht miteinander in Berührung, ließen sich Vorurteile in der Gesellschaft und im Arbeitsleben aber nicht abbauen.

Vielerorts ist Inklusion allein schon aufgrund der Gegebenheiten nur schwer möglich. Lediglich 26 Prozent der Arbeitsplätze seien vollständig barrierefrei, weitere 22 Prozent zumindest teilweise. Dabei würde der Begriff von Unternehmen häufig lediglich mit räumlicher Barrierefreiheit verknüpft. Sie müssten aber auch digital barrierefrei werden. Das bedeutet, dass ausnahmslos alle Arbeitnehmenden das Internet und alle digitalen Anwendungen am Arbeitsplatz uneingeschränkt nutzen können.

Oftmals würden schon kleine Verbesserungen helfen, so Krauthausen – beispielsweise beim Bewerbungsprozess. So könnte etwa Talenten mit Hörbeeinträchtigung eine Alternative zu Telefoninterviews geboten werden. Solche Maßnahmen trügen bereits enorm dazu bei, Kontaktpunkte zwischen Unternehmen und Menschen mit Behinderung überhaupt erst herzustellen. „Von der Bewerbung aus kann dann gemeinsam ausgelotet werden, wie die Reise weitergeht und was im Unternehmen eventuell noch angepasst werden muss, damit die Person die Stelle antreten kann.“

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