Der Trend zu einer hybriden Arbeitswelt war schon vor der Pandemie in vollem Gange, hat durch sie aber noch einmal an Schwung gewonnen. Dennoch sind viele Führungskräfte auch heute noch nicht ausreichend auf sie vorbereitet.

Zu diesem Ergebnis kommt eine globale Studie der Beratung Capgemini. Für sie wurden mehr als 1.300 Personen befragt sowie Interviews mit Führungskräften und Fachexperten geführt. In der Selbst- und Fremdeinschätzung zeigte sich eine bemerkenswerte Diskrepanz. So gaben 69 Prozent der Führungskräfte an, dass ihr Unternehmen den Übergang zu Remote- und Hybrid-Arbeitsplätzen reibungslos bewältigt habe. Bei den Mitarbeitenden waren aber nur 49 Prozent dieser Meinung.

Eine ähnliche Wahrnehmungslücke wurde beim Umgang mit den Themen Gesundheit und Wohlbefinden während der Krise offenbar. So sagten 72 Prozent der Führungskräfte, aber ebenfalls nur 49 Prozent der Mitarbeitenden, dass sich die Unternehmen um das körperliche und geistige Wohlbefinden der Beschäftigten gekümmert hätten.

Für die hybride Arbeitswelt sind neue Ansätze der empathischen und mitarbeiterorientierten Führung erforderlich, so ein weiteres Ergebnis der Studie. 84 Prozent der Befragten sehen etwa die Fähigkeit, eine Vertrauenskultur zu schaffen, in der sich die Mitarbeitenden selbstbestimmt fühlen, als eine der wesentlichen Kompetenzen von Führungskräften an. Bislang führen aber nur 34 Prozent der Unternehmen entsprechende Programme zur Schulung von Führungskräften durch. Ähnlich sieht es auch bei anderen Kompetenzen wie emotionaler Intelligenz aus.

Neben der Schulung von Führungskräften müssten die Unternehmen auch die Voraussetzungen schaffen, damit die Führungskräfte effektiv arbeiten können, heißt es bei Capgemini weiter. Dazu zähle die Neugestaltung von Prozessen und Rahmenbedingungen für die Einstellung und Leistungsbeurteilung von Führungskräften. Dies sei notwendig, damit die für hybride Arbeit erforderlichen Fähigkeiten und Eigenschaften angemessen berücksichtigt und honoriert werden können.

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