Mitarbeitende mussten in den vergangenen Monaten oft einiges aushalten, von Kurzarbeit über Gehaltseinbußen bis hin zu Restrukturierungsmaßnahmen. Sollen sie langfristig gebunden werden, ist es nun Zeit, ihnen einen Ausgleich für die Einschnitte zu bieten.

Dass das nötig ist, zeigt eine Umfrage von Willis Towers Watson, an der im Mai 2021 weltweit rund 1.550 Unternehmensvertreter teilgenommen haben. Danach wollen 91 Prozent der befragten Unternehmen in Westeuropa die Employee Experience, die Mitarbeitererfahrung, in den nächsten drei Jahren verbessern. Vor der Pandemie waren es lediglich 40 Prozent. Als wichtigste Faktoren für das Wohlbefinden der Belegschaft wurden ein positives Mitarbeitererlebnis, das Engagement, die Produktivität sowie die allgemeine Geschäftsentwicklung genannt.

In der Krise hatten 46 Prozent der befragten Unternehmen Arbeitskräfte oder Stunden reduziert. Bei ebenso vielen wurden Vergütungen und/oder Nebenleistungen gekürzt. „In den kommenden Wochen und Monaten wird sich der Wettbewerb um gute Mitarbeiter und Führungskräfte wieder verschärfen“, ist sich Ariane Köhler, Leiterin Talent & Rewards bei Willis Towers Watson, sicher. Unternehmen, die ihre Arbeitsbedingungen nur zögerlich oder gar nicht verbessern, würden dann wohl „hart abgestraft“. Zudem seien Unternehmen, in denen das Verhältnis zwischen Mitarbeitenden und Arbeitgeber intakt ist, im Vergleich zu ihren Wettbewerbern erfolgreicher und produktiver.

Es gibt der Beratung zufolge viele Wege, um die Employee Experience zu verbessern. Dazu zählt beispielsweise, Flexibilität und die Work-Life-Balance zu fördern: Mitarbeitende sollten zumindest bis zu einem gewissen Grad selbst entscheiden können, wann und wo sie arbeiten. Darüber hinaus sollte die Unternehmensleitung Führungskräfte mit den notwendigen Informationen, Vorgaben und Management-Tools ausstatten, um Wandel erfolgreich vorantreiben zu können.

„Eine gute Kommunikation ist der Schlüssel für eine wirkungsvolle Employee Experience“, heißt es bei Willis Towers Watson weiter. Hierzu können etwa persönliche Gespräche oder Mitarbeiterbefragungen beitragen. Wichtige Faktoren seien außerdem eine faire Vergütung und Wertschätzung. Es lohne sich zudem, das Thema Mitarbeitererfahrung und die Geschäftsstrategie aufeinander abzustimmen. Bisher haben dies aber nur neun Prozent der befragten Unternehmen gemacht.

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