Die Vielzahl offener Stellen, der Wegfall von Bewerbungshürden aufgrund akzeptierter Video-Gespräche: Wer seinen Job wechseln will, hat derzeit gute Karten. Das hat sich herumgesprochen. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, die richtigen Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung zu ergreifen.

Eine aktuelle Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half hat ergeben, dass derzeit 76 Prozent der 750 befragten Arbeitnehmenden wechselwillig sind. Die Hälfte davon hat den Arbeitsmarkt zwar noch nicht aktiv nach neuen Chancen gesichtet, ist aber offen für einen Wechsel. Auch zwei Jahre Corona-Pandemie mögen dazu beigetragen haben, dass viele Arbeitnehmende derzeit einen Drang nach Veränderung und Weiterentwicklung spüren.

Umso wichtiger ist es für Arbeitgeber, zu wissen, an welchen Stellschrauben sie drehen müssen, um ihre Belegschaft zum Bleiben zu bewegen. 68 Prozent der Befragten nannten eine angemessene Bezahlung als wichtigen Faktor. Jeweils 52 Prozent erwarten interessante Aufgaben, eine Arbeit, die inhaltlich Spaß macht sowie eine sehr gute Stimmung unter den Kolleginnen und Kollegen. Flexibles Arbeiten wie Homeoffice oder Gleitzeit stehen für 46 Prozent ganz oben auf der Checkliste. Gute Weiterentwicklungs- und Karrieremöglichkeiten sind für 22 Prozent der Befragten gute Argumente, um zu bleiben.

„Regelmäßige Mitarbeitergespräche sind in Unternehmen auf Management-Ebene leider noch immer ein unterschätztes Mittel, um Strömungen innerhalb der Belegschaft rechtzeitig zu erfassen“, ergänzt Emine Yilmaz von Robert Half. So könnten Arbeitgeber rechtzeitig schlechte Stimmungen erkennen und mit treffsicheren Maßnahmen gegensteuern. Dazu zählen zum einen kleine Incentivierungen, mit denen sich die Zufriedenheit und die Bindung ans Unternehmen erhöhen lässt. Zum anderen könne sich aber auch das Erfassen individueller Weiterentwicklungsziele und deren Umsetzung für Arbeitgeber unmittelbar auszahlen: So könnten aus Wechselwilligen wieder motivierte Leistungsträger mit Perspektive werden.

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