Während „3G“ in aller Munde ist, haben Führungskräfte im Zuge der Pandemie mit „3K“ zu kämpfen: Viele von ihnen sehen Kommunikation, Kontrollverlust und Koordination als große Herausforderung beim Führen auf Distanz.

Das zeigt der aktuelle Management-Report zum Thema Remote Leadership des österreichischen Hernstein-Instituts. Dafür wurden 1.676 Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer befragt, davon 1.060 aus Deutschland. 77 Prozent der Befragten fühlten sich demnach durch das Führen auf Distanz herausgefordert.

Probleme bereitet ihnen unter anderem, dass die Kommunikation und der spontane Kontakt zu Mitarbeitenden schwieriger geworden ist. Für Führungskräfte, die remote arbeiten, steht die aufwendigere Planung und Koordination an zweiter Stelle der Herausforderungen, gefolgt von einem befürchteten Kontrollverlust. Führungskräfte, die nicht remote arbeiten, schätzten die Gefahr des Kontrollverlusts dagegen deutlich stärker ein als die aufwendigere Planung und Koordination. Zudem zeigte sich, dass die Angst vor Kontrollverlust umso geringer wurde, je größer das Unternehmen ist.

„Das Konfliktpotenzial von Remote Work wirkt auf den ersten Blick nicht allzu beträchtlich“, heißt es in dem Report weiter. 5 Prozent der befragten Führungskräfte sagten, es komme viel häufiger zu Konflikten, 25 Prozent gaben „etwas häufiger“ an. Demgegenüber sehen sogar 26 Prozent eine konfliktvermeidende Wirkung von Remote Work. Allerdings war hier eine deutliche Diskrepanz zwischen den unterschiedlichen Führungsebenen zu verzeichnen. Während im unteren Management nur 2 Prozent meinten, dass durch Remote Work viel häufiger Konflikte auftreten, waren es bei den Inhaberinnen und Inhabern 14 Prozent. Da sie Letztentscheider sind, hat ihre Sichtweise besondere Trageweite, schreiben die Autoren – etwa, wenn es um die Implementierung von Remote-Work-Konzepten geht.

Insgesamt sahen Führungskräfte, die selbst nicht die Gelegen­heit zu Remote Work haben, Führung auf Distanz kritischer als ihre Kolleginnen und Kollegen, die diese Möglichkeit haben. Es ist also davon auszugehen, dass die eigene Erfahrung die Sichtweise erheblich beeinflusst.

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