Transfergesellschaften sollen dabei helfen, Entlassungen sozialverträglich zu gestalten und die von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt zu vermitteln. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) hat nun Grundsätze ordnungsgemäßer Transferberatung (GoTB) entwickelt. Sie sollen Betrieben und Mitarbeitenden Orientierung und Sicherheit geben.

Transfergesellschaften sind ein seit dem Ende der 80er-Jahre in Deutschland eingeführtes arbeitsmarktpolitisches Instrument, wenn sich Arbeitgeber mittels Aufhebungsverträgen – aber ohne Kündigung – von Beschäftigten trennen wollen, erklärt der BDU. Ihre Bedeutung wachse in Zeiten der digitalen Transformation. Allerdings sei der Markt der Transferanbieter sehr heterogen. Die neuen Grundsätze sollen daher die Qualitätsmaßstäbe und den Charakter der Dienstleistung definieren und den Beteiligten als Wegweiser dienen.

Darüber hinaus werden die Möglichkeiten des Arbeitsmarktinstruments nach Einschätzung des BDU nicht ausreichend genutzt. Die Organisationsform und die Maßnahmen sollten daher bestimmte Leistungsversprechen in den Mittelpunkt stellen. Dazu zählt, Zugänge zum Arbeitsmarkt zu verschaffen, hohe Vermittlungsquoten aufzuweisen und zukunftsfähige Qualifizierungen zu organisieren.

Die Grundsätze enthalten unter anderem Empfehlungen zur Mandatsvergabe, zu Angeboten und Ausschreibungen sowie zu fairen Vergabeverfahren und Mindestqualitäten. „Allen Beteiligten an Transfergesellschaften muss klar sein, dass ein hohes Verantwortungsverständnis die Grundlage bilden muss, wenn sich Mitarbeitende im Vertrauen auf eine bessere berufliche Zukunft auf eine solche Lösung einlassen sollten“, sagt Stefan Detzel vom BDU. Denn der Wechsel in eine Transfergesellschaft ist nicht verpflichtend. Die nun veröffentlichten Qualitätsmerkmale sollen als „Standard und Best-Practice-Leitfaden für Betriebe und Mitarbeitende“ etabliert werden.

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