Die Corona-Pandemie hat viele Arbeiten ins Homeoffice verlagert. Das birgt Gefahren wie Vereinsamung, psychische Überlastung oder Karrierenachteile. Gute Rahmenbedingungen und Betriebsvereinbarungen können ihnen entgegenwirken, zeigt eine neue Studie.

Datenbasis ist die Befragung von 4.646 Erwerbspersonen im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung sowie eine Analyse von 67 Betriebs- und Dienstvereinbarungen zur mobilen Arbeit. Danach funktioniert eine Mischung aus Arbeit im Betrieb und daheim am besten. Wichtig seien außerdem klare und faire Regeln, etwa zur Einschätzung der Arbeitsleistung bei mobiler Arbeit oder zu den Grenzen der Erreichbarkeit. „Solche Regeln sind am wirksamsten, wenn sie kollektiv für alle festgelegt werden, etwa in Form von Betriebsvereinbarungen zwischen Management und Betriebsrat“, schreiben die Autorinnen.

Kritisiert wurde von vielen Befragten, dass die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit im Homeoffice ineinanderfließen. So gab mehr als die Hälfte an, dass sie zu Hause länger für den Arbeitgeber erreichbar sind als im normalen Präsenzbetrieb. 71 Prozent sagten außerdem, dass ihr Arbeitgeber auf die Einführung oder Ausweitung von Homeoffice nicht gut vorbereitet gewesen sei. Das ist womöglich auch ein Grund dafür, warum knapp ein Drittel die Heimarbeit anstrengender finden als die Arbeit im Büro.

Neben Betriebsvereinbarungen können der Studie zufolge auch bestimmte Rahmenbedingungen zu guter mobiler Arbeit beitragen. So müssen Höchstarbeitszeiten und Ruhepausen auch bei mobiler Arbeit eingehalten werden. Arbeit im Homeoffice sollte zudem freiwillig sein: „Beschäftigte sollten selbst entscheiden können, ob und wann sie einen Teil ihrer Aufgaben zu Hause erledigen.“ Besonders wichtig seien darüber hinaus klare Beurteilungskriterien. Einen wirklichen Vorteil in Sachen Work-Life-Balance hätten Beschäftigte nur, wenn sie auch im Homeoffice sicher einschätzen können, welche Erwartungen an sie gerichtet sind und ob ihre Arbeitsleistung den Anforderungen genügt.

Für Führungskräfte seien Schulungen im Umgang mit mobiler Arbeit hilfreich. Gleichfalls dürfe auch eine fortlaufende Qualifizierung der Beschäftigten im Homeoffice nicht unter den Tisch fallen. Die Auswertungen zeigten zudem, dass Überlastungssituationen im Homeoffice auch aus fehlender Kinderbetreuung herrühren können.

Aktuelle Beiträge