Das Schlagwort New Work wird oft unbedacht auf den Aspekt Homeoffice verengt. Eine Studie zeigt nun das Gegenteil vom Rückzug in die eigenen vier Wände: Durch die örtliche Unabhängigkeit von Remote Work können sich mittlerweile viele Beschäftigte vorstellen, auch für einen Arbeitgeber im Ausland zu arbeiten.

Konkret haben dies 48 Prozent von deutschlandweit 5.368 Arbeitnehmenden gesagt, die das HR-Marktforschungsinstitut Trendence und die Beratung St. Oberholz Consulting für ihre Studie „New Work Reloaded“ befragt hat. Bei jungen Menschen lag die Quote sogar bei 61 Prozent. Dabei muss es nicht unbedingt ein ausländischer Arbeitgeber sein, im Gegenteil: Vor allem Jobs deutscher Unternehmen, die eine Niederlassung im Ausland haben, stünden hoch im Kurs.

„Das aufflammende Interesse am grenzenlosen Arbeiten geht einher mit einer ansteigenden Wechselbereitschaft bei deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern“ heißt es in der Studie weiter. 39 Prozent von ihnen seien derzeit aktiv auf der Suche, 13 Prozent sogar intensiv. Weitere 35 Prozent sind eigenen Angaben zufolge zumindest an neuen Herausforderungen interessiert. Beweggründe dafür sind vor allem die Hoffnung auf mehr Gehalt (67 Prozent), eine günstigere Work-Life-Balance (36 Prozent), mehr Flexibilität (31 Prozent) sowie bessere Aufstiegschancen (30 Prozent).

„Der Wettbewerb um die besten Talente wird zunehmend zu einem internationalen“, fasst Trendence-Geschäftsführer Robindro Ullah die Ergebnisse zusammen. Kandidatinnen und Kandidaten müssten nicht mehr ihren Lebensmittelpunkt verändern, um international zu arbeiten. Dazu passe, dass es für 51 Prozent der Befragten kein Hindernis darstelle, wenn die Unternehmenssprache bei potenziellen Arbeitgebern nicht Deutsch ist.

Der Blick über den Tellerrand äußere sich zudem auch im Kandidateninteresse an Arbeitszeitmodellen anderer Länder. Beliebt sei etwa das sogenannte isländische Modell, das auf einer Vier-Tage-Woche basiere. Jeder vierte Teilnehmende möchte sich nach eigenen Angaben zukünftig nur noch bei Arbeitgebern bewerben, die auch diese Arbeitszeitlösung anbieten. „Solche Zugeständnisse werden schon bald zur Klaviatur des Employer Branding gehören“, glaubt Andrea Schmitz von St. Oberholz Consulting.

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