Viele Beschäftigte wollen auch nach der Pandemie im Homeoffice oder zumindest hybrid arbeiten. Sie bezweifeln aber, ob ihr Arbeitgeber da mitspielt. Das kann Folgen für die Mitarbeiterbindung und -gewinnung haben, berichtet Willis Towers Watson.

Der Dienstleister hat für eine Studie mehr als 35.000 Arbeitnehmende in 23 Ländern befragt, darunter mehr als 1.500 in Deutschland. 30 Prozent von ihnen möchten hybrid arbeiten, weitere 29 Prozent überwiegend oder ausschließlich von zu Hause. Allerdings glauben nur 16 Prozent, dass sie es dürfen. Stattdessen rechnen 63 Prozent der deutschen Befragten damit, dass sie nach der Pandemie die meiste oder die ganze Zeit wieder im Büro arbeiten müssen.

Teilweise aus guten Gründen: Die Einarbeitung frisch eingestellter Mitarbeitender beispielsweise gestalte sich vom Homeoffice aus mühsamer und die Bindung an das Unternehmen baue sich wesentlich langsamer auf, sagt Florian Frank von Willis Towers Watson: „Es gilt also, einen Mittelweg zwischen den Anforderungen der Unternehmen und der Kultur sowie den Bedürfnissen der Angestellten zu finden.“

Die Mitarbeitenden haben ebenfalls gute Gründe für ihre Haltung. So gaben 64 Prozent an, dass sie durch Homeoffice ihr Berufs- und Privatleben besser vereinen können. Bei Frauen mit Kindern unter fünf Jahren betrug die Quote sogar 78 Prozent. Die Kehrseite: 31 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass Homeoffice ihrer Karriere schade. 49 Prozent hatten das Gefühl, dass sie sich durch die Arbeit von zu Hause von ihrem Team entfremden.

„Homeoffice ist zu einem wichtigen Faktor im Wettbewerb um Talente geworden“, resümiert Florian Frank. Eine gute Work-Life-Balance und das Arbeitsklima unter den Mitarbeitenden zählten zu den wichtigsten Gründen, einem Arbeitgeber treu zu bleiben oder den Job zu wechseln. Passe der Job zum Leben, schlage sich das auch im Engagement der Belegschaft und damit in Umsatz und Gewinn nieder. Daher täten Unternehmen gut daran, die Präferenzen ihrer Mitarbeitenden über Befragungen zu erheben und für beide Seiten passende Arbeitsmodelle anzubieten.

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