Beim Stichwort Gefährdungsbeurteilung denken die meisten wohl zunächst an die Sicherheit von Arbeits- und Betriebsmitteln. Die Gestaltung der Arbeitszeit zählt aber ebenso zwingend dazu. Eine neue Broschüre zeigt, wie sie sich in die Beurteilung einbeziehen lässt.

„Eine auf den Betrieb zugeschnittene Arbeitszeitgestaltung verbessert die Arbeitsorganisation, die Produktivität und das Arbeitsklima nachhaltig“, berichtet das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung in Nordrhein-Westfalen (LIA NRW). Sie müsse bei einer Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden, um Gesundheitsgefahren zu erkennen und sinnvolle Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Erfahrungsgemäß falle dies in der Praxis aber oft schwer.

Die 28-seitige Broschüre „Arbeitszeit gesund gestalten“ setzt an diesem Punkt an. In einer kurzen Einleitung stellt sie zunächst Besonderheiten bei der Beurteilung der Arbeitszeit vor. Dann geht es an die Ermittlung der Rahmenbedingungen im Betrieb, etwa die Arbeitszeit- und Vertretungsplanung. Es folgen Tipps zur Umsetzung von Maßnahmen. Checklisten helfen Arbeitgebern in diesem Teil, einzelne Aspekte wie Ruhe- oder Reisezeiten sowie Sonn- und Feiertagsarbeit näher zu analysieren und zu optimieren. Auch der Umgang mit tarifvertraglichen Ausnahmeregelungen wird näher beleuchtet.

Die Autoren empfehlen abschließend, die gesundheitsgerechte Arbeitszeitgestaltung mit jeder betriebsorganisatorischen Veränderung erneut zu überprüfen. Dabei müssen Arbeitgeber jedoch nicht immer wieder von vorne anfangen. Der einmal erarbeitete Standard kann als Vorlage für die Fortschreibung der Gefährdungsbeurteilung genutzt werden, heißt es beim LIA NRW weiter. Auf dessen Website ist die Broschüre kostenfrei abrufbar.

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