Eltern können Kinderkrankengeld erhalten, wenn ein Kind beaufsichtigt, betreut oder gepflegt werden muss. Eine Auswertung der AOK zeigt nun, dass die Anzahl der Bezieher dieser Leistung binnen Jahresfrist um 37 Prozent gestiegen ist. Auffällig ist, dass diese Gruppe häufiger wegen einer psychischen Erkrankung krankgeschrieben war als Versicherte ohne Kinderkrankengeld-Bezug.

Insgesamt ist ein wachsender Zuspruch für das Kinderkrankengeld zu beobachten: Während es 2012 nur 2,1 Prozent der AOK-Mitglieder nutzten, waren es 2021 bereits 4,4 Prozent. Nach wie vor seien es vor allem die Mütter, die ihr krankes Kind pflegen, wenngleich der Anteil der Männer, die Kinderkrankengeld beanspruchen, kontinuierlich steige. Insgesamt war der Anteil der Versicherten, die Kinderkrankengeld bezogen, im Oktober und November 2021 – also während der vierten Corona-Welle – am höchsten.

Wer 2021 Kinderkrankengeld beanspruchte, war öfter wegen bestimmter Diagnosen krankgeschrieben als die AOK-Versicherten mit identischer Alters- und Geschlechtsstruktur, aber ohne Kinderkrankengeld-Bezug. So lagen diese Mütter und Väter mit 14,1 Arbeitsunfähigkeitsfällen je 100 AOK-Mitglieder über dem Wert aller erwerbstätigen AOK-Mitglieder (11,4 Fälle je 100 AOK-Mitglieder). Das könnte auf eine erhöhte Belastung zurückzuführen sein. Gleichzeitig sei anzunehmen, dass das erweiterte Kinderkrankengeld geholfen hat, große pandemiebedingte Belastungen besser zu bewältigen.

Apropos Pandemie: Zwischen März 2020 und Dezember 2021 erhielten von den durchschnittlich 13,5 Millionen bei der AOK versicherten Erwerbstätigen knapp 781.000 Beschäftigte mindestens eine Krankschreibung aufgrund einer Covid-19-Diagnose. Das entspricht 5,8 Prozent der Mitglieder, die in den ersten 22 Monaten seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Covid-19 krankheitsbedingt an ihrem Arbeitsplatz ausgefallen sind. Kaum verwunderlich ist, dass vor allem Beschäftigte in den Branchen Erziehung und Altenpflege davon betroffen waren. Insgesamt ist der Krankenstand mit 5,4 Prozent im Jahr 2021 im Vergleich zu den beiden Vorjahren aber auf gleichem Niveau geblieben.

Aktuelle Beiträge