Deutschland ist Vorreiter beim Outsourcing von Personalprozessen. Wie aus einer Umfrage des Payroll-Dienstleisters SD Worx hervorgeht, wollen 40 Prozent der deutschen Unternehmen auch nach der Pandemie auf externe Unterstützung bei der Bewältigung von HR-Aufgaben zurückgreifen.

Insgesamt sind 3.000 Personen in elf Ländern befragt worden, davon 300 in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen deutliche länderspezifische Unterschiede. In Spanien, Polen und Italien etwa setzen nicht einmal zwei von zehn Betrieben auf externe Partner in der Personalarbeit, während Schweiz und Österreich eine ähnlich hohe Quote wie Deutschland erreichen. Im europäischen Durchschnitt sind dagegen 34 Prozent der Arbeitgeber bereit, nach der Coronakrise einen größeren Teil der HR-Aufgaben intern zu bewältigen – in Deutschland sind es nur 25,7 Prozent.

„Die Studienergebnisse belegen, dass die aktuelle globale Situation die Personalabteilungen in ganz Europa zum Handeln anspornt“, sagt Tom Saeys von SD Worx. Die Unternehmen, die ein vollständiges oder teilweises Outsourcing ihrer HR-Prozesse planen, wollten sich vermehrt auf ihre Kernaktivitäten konzentrieren und den Verwaltungsaufwand reduzieren. Zudem zeige die Studie, dass HR strategisch eine immer wichtigere Rolle einnimmt.

Gefragt wurde auch nach den konkreten Aufgaben, die bevorzugt ausgelagert werden sollen. In Deutschland standen hier sozialrechtliche Belange an der Spitze. Im Mittelpunkt stünde dabei die Hilfe bei rechtlichen Fragen und deren korrekter Umsetzung, so Saeys weiter. Auf den Plätzen folgen die Erhebung der Lohnkosten, die Automatisierung von HR-Prozessen, die Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie das Recruitment. Fortbildungen, das Wohlergehen der Belegschaft sowie die Beantwortung von Personalfragen der Mitarbeitenden sind dagegen Aufgaben, die europaweit bevorzugt innerhalb der Unternehmen gehalten werden.

„Die mit den Digitalisierungsaufgaben verbundene Software-Komponente ist oft der Grund, warum Unternehmen auf externe Spezialisten setzen“, heißt es dazu bei SD Worx weiter. Dieses Ergebnis stehe jedoch im Gegensatz zur Selbsteinschätzung deutscher Arbeitgeber: Nur sieben Prozent von ihnen gaben an, dass ihnen die benötigte Technologie fehlt.

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