Seit Januar 2015 gilt in Deutschland ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn, dessen Auswirkungen fünf Jahre später evaluiert werden sollten. Das Bundesarbeitsministerium (BMAS) hat nun mehrere Studien mit den entsprechenden Ergebnissen veröffentlicht. Demnach sind die Stundenlöhne im untersten Lohnbereich deutlich gestiegen. Die Arbeitslosigkeit habe sich dagegen nicht erhöht.

Seit Januar 2015 gilt in Deutschland ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn, dessen Auswirkungen fünf Jahre später evaluiert werden sollten. Das Bundesarbeitsministerium (BMAS) hat nun mehrere Studien mit den entsprechenden Ergebnissen veröffentlicht. Demnach sind die Stundenlöhne im untersten Lohnbereich deutlich gestiegen. Die Arbeitslosigkeit habe sich dagegen nicht erhöht.

Des Weiteren habe sich der Arbeitnehmerschutz verbessert. Der Niedriglohnsektor sei „leicht zurückgegangen“ und die Lohnverteilung gerechter geworden. Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und das gesamtwirtschaftliche Preisniveau seien nicht beeinträchtigt worden.

Die Evaluation zeige aber auch, dass der Mindestlohn noch nicht bei allen ankommt und in vielen Fällen mindestlohnberechtigten Arbeitnehmern vorenthalten wird, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Auch sei deutlich geworden, dass Kontrollen durch den Zoll und Dokumentationspflichten für Arbeitgeber zwingend notwendig seien. Zudem würden nur wenige die exakte Höhe des Mindestlohns kennen, der zum Jahresbeginn 2021 von 9,35 auf 9,50 Euro brutto pro Arbeitsstunde stieg. Heil kündigte an, noch im Januar Vorschläge zur Fortentwicklung des Mindestlohns vorzulegen.

In Einzelstudien wurden unter anderem die Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf Praktikumsverhältnisse und den Arbeitnehmerschutz analysiert. Weitere Publikationen widmen sich den fiskalischen Wirkungen, den bürokratischen Kosten für Arbeitgeber sowie der Entwicklung des Tarifgeschehens und von Schwarzarbeit vor und nach der Einführung. Sie sind, gemeinsam mit einem Gesamtbericht, auf der Website des BMAS abrufbar.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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