Die EU will die Arbeitsbedingungen von Crowdworkern verbessern, ohne das Wachstum der Diensteanbieter zu beeinträchtigen. Dazu hat sie eine neue Befragung der Sozialpartner in Europa gestartet, die bis Mitte September läuft.

Die Ergebnisse der ersten Konsultationen haben der EU-Kommission zufolge gezeigt, „dass weitere EU-Maßnahmen erforderlich sind, um grundlegende Arbeitsnormen und Rechte für Menschen, die über Plattformen arbeiten, sicherzustellen“. Deren grundsätzliche Bedeutung erkennt sie an. So hätte sich ihre Wirtschaftsleistung in der Europäischen Union zwischen 2016 und 2020 von 3 auf 14 Milliarden Euro beinahe verfünffacht. Zudem böten digitale Plattformen zusätzliche Einkommensmöglichkeiten auch für Menschen, deren Zugang zum Arbeitsmarkt andernfalls erschwert sein könnte.

Nicht zuletzt unter den Schlagworten Crowd- und Clickworking sind die mitunter prekären Arbeitsbedingungen in der Branche immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Die Kommission sieht den Beschäftigungsstatus der Arbeiter als einen entscheidenden Faktor für den Zugang zu den bestehenden Arbeitnehmerrechten und den entsprechenden Schutz an. Zudem sei der Zugang zur Vertretung durch eine Gewerkschaft oder zu Tarifverhandlungen für sie häufig begrenzt.

Die Befragung konzentriert sich daher auf vier Kernaspekte. So sollen sich die Sozialpartner dazu äußern, wie die Klärung des Beschäftigungsstatus und der Zugang zu Arbeitnehmer- und Sozialschutzrechten erleichtert werden kann. Zudem soll vermieden werden, dass automatisierte Entscheidungen durch bestimmte Algorithmen für Plattformarbeiter getroffen werden, ohne dass sich die Betroffenen dagegen wehren können. Weitere Fragen betreffen den Umgang mit grenzüberschreitenden Plattformen und die Stärkung der Rechtsdurchsetzung sowie der kollektiven Vertretung.

Ziel sind Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern im Hinblick auf eine gemeinsame Vereinbarung oder die Vorlage eines Vorschlags durch die Europäische Kommission. Diese stellt ausdrücklich klar, dass sie nicht beabsichtigt, einen „dritten“ Beschäftigungsstatus neben Selbstständigen und Arbeitnehmern auf EU-Ebene zu schaffen. Die Entscheidung von Mitgliedstaaten, dies auf nationaler Ebene zu tun, respektiere sie aber.

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