Die Employee Experience hat sich nach nunmehr fast zwei Jahren Corona-Pandemie teilweise deutlich geändert. Die Wechselbereitschaft steigt signifikant. Zudem wird immer mehr Wert auf eine bessere Work-Life-Balance und eine gute technische Ausstattung am Arbeitsplatz gelegt.

Das sind Ergebnisse einer Studie des Marktforschungsunternehmens Qualtrics, für die 14.000 Arbeitnehmende aus 27 Ländern befragt wurden, darunter auch in Deutschland. Sie deutet an, dass es 2022 zu zahlreichen Jobwechseln kommen wird. So beabsichtigen nur 65 Prozent der Beschäftigten, bei ihrem jetzigen Arbeitgeber zu bleiben. 2021 waren es noch 70 Prozent. Besonders nachgelassen hat die Treue bei Angestellten aus dem mittleren Management (von 83 auf 69 Prozent) und bei weiblichen Führungskräften (von 75 auf 64 Prozent).

Das dürfte auch mit den gestiegenen Erwartungen der Arbeitnehmenden zusammenhängen. So gaben 35 Prozent der Befragten an, dass sie sich nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen würden, wenn sie wieder Vollzeit ins Büro gehen müssten. Hinzu kommt, dass die Arbeitsbedingungen dort vielfach kritisch gesehen werden. „Hier besteht eine deutliche Kluft zwischen den Erwartungen der Beschäftigten und dem, was die Firmen tatsächlich bieten“, so Benjamin Granger von Qualtrics.

Wichtig zu wissen für Arbeitgeber ist auch, dass sich Maßnahmen zur Förderung von Diversität, Gleichberechtigung, Inklusion und Zusammengehörigkeit auf die Bleibeabsicht der Beschäftigten auswirken. 76 Prozent der Mitarbeitenden, die mindestens noch fünf Jahre bleiben möchten, sehen bei ihrem Arbeitgeber die Möglichkeit, dass jeder sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Von denen, die höchstens sechs weitere Monate dort arbeiten möchten, nehmen das nur 33 Prozent so wahr.

Bei Homeoffice und hybriden Arbeitsmodellen haben viele Unternehmen noch keinen Königsweg gefunden, so ein weiteres Ergebnis der Studie. So meldeten sich 29 Prozent der Befragten nicht immer krank, selbst wenn sie es eigentlich waren. 61 Prozent von ihnen nannten die Arbeitsbelastung als Grund. Das langfristige Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müsse aber zur Priorität werden, betont man bei Qualtrics.

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