Die Bundesagentur für Arbeit (BA) fördert die berufliche Weiterbildung von Beschäftigten mit verschiedenen Maßnahmen. Wie eine Befragung zeigt, wurden diese Angebote bislang nur von neun Prozent der Betriebe genutzt.

Ein Grund dafür ist, dass die Förderinstrumente der BA noch viel zu unbekannt sind, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dazu zählen die Übernahme von Lehrgangskosten und Zuschüsse zum Arbeitsentgelt während der Freistellung. In der Befragung aus dem Oktober 2020 gaben nur 32 Prozent der Betriebe an, mit ihnen vertraut zu sein. Zudem kannten Unternehmen, in denen eine Organisationseinheit oder eine Person für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten zuständig ist, die Förderung häufiger als Betriebe ohne entsprechende Anlaufstelle. Des Weiteren nutzten größere Betriebe das Förderprogramm häufiger als kleinere. Vor allem Betriebe des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesens nahmen es in Anspruch.

Neben der Unkenntnis gibt es weitere Gründe für die Zurückhaltung. Gut die Hälfte der Befragten sagte, dass es keine passenden Weiterbildungsangebote gegeben habe. Jeweils rund ein Drittel der Betriebe wünschte keine Förderung durch die BA oder schätzte den Aufwand für die Beantragung als zu groß ein. 30 Prozent der Betriebe gaben außerdem an, dass die Beschäftigten selbst kein Interesse an einer entsprechenden Weiterbildung hatten. Eine frühere Studie deutete darauf hin, dass sie sich durch eine öffentliche Subventionierung ihrer Weiterbildung stigmatisiert fühlen könnten. Des Weiteren war gut einem Viertel der Betriebe die Mindestdauer der geförderten Maßnahmen – 120 Stunden – zu lang.

Die Autorinnen und der Autor empfehlen, die Bekanntheit des BA-Programms zu steigern und die Akzeptanz öffentlich geförderter Weiterbildung zu verbessern. Sie weisen zudem darauf hin, dass die Weiterbildungsförderung vielen Betriebe die Chance biete, ihren künftigen Fachkräftebedarf besser zu decken.

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