Die Berufsausbildung ist auf deutschen Schulhöfen „übelst angesagt“ – wie das Trendence Institut auf Basis einer Befragung vermeldet. Danach streben wieder mehr junge Menschen diesen Einstieg ins Berufsleben an, während beim (dualen) Studium ein leichter Rückgang der Beliebtheit zu verzeichnen ist.

Das Institut befragt für seinen HR Monitor monatlich rund 1.000 berufserfahrene Arbeitnehmende, Studierende und Schüler. Konkret wollen demnach 47 Prozent der jungen Menschen eine Ausbildung beginnen, was einer Steigerung um acht Prozent im Vergleich zum Februar dieses Jahres entspricht. Der Anteil derjenigen, die ein Hochschulstudium in Betracht ziehen, sank im gleichen Zeitraum um fünf auf 31 Prozent. Ein duales Studium ist für 21 Prozent der Schüler eine Option.

Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen stehen trotz oftmals schwieriger Arbeitsbedingungen in der Branche am höchsten im Kurs. Das Institut führt dies auf den Trend zu mehr Sinnperspektive im Beruf zurück – und untermauert das mit einer weiteren Zahl. So wünschten sich 49 Prozent der Befragten einen systemrelevanten Job. Auf den weiteren Plätzen der Beliebtheitsskala folgen die Medien- und Werbebranche sowie Banken und Versicherungen. Der Handel und die Energiebranche liegen dagegen auf den hinteren Rängen.

Was ihre berufliche Perspektive betrifft, sei die Unsicherheit bei den Schülern derzeit insgesamt recht groß, sagt Trendence-Geschäftsführer Robindro Ullah: „Immerhin 44 Prozent haben in diesem Kontext auch durch die Pandemie-Erfahrungen Bedenken.“ Die Berufsausbildung sei da eine „scheinbar sichere Karte“. Arbeitgeber könnten diese Chance nutzen, um „genau die jungen Menschen für sich zu gewinnen, die sie dringend suchen“.

Sinnhaftigkeit und Sicherheit sind aber nicht alles. Als primäres Argument für eine Berufsausbildung gilt auf deutschen Schulhöfen vor allem die Aussicht darauf, sofort eigenes Geld verdienen zu können. Für 64 Prozent ist es das Hauptmotiv, während 45 Prozent Wert darauf legen, etwas Praktisches zu lernen. Wer dagegen nach der Schule ein Studium anstrebt, macht dies vor allem aufgrund besserer Karrierechancen (58 Prozent). Beim dualen Studium überzeugt in erster Linie die Kombination aus Theorie und Praxis (65 Prozent).

Aktuelle Beiträge