Die Integration von Auszubildenden mit Fluchthintergrund ist ohnehin schon keine leichte Aufgabe. Die Corona-Pandemie hat bestehende technische und sprachliche Barrieren nun auch noch verstärkt, zeigt eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Vorneweg: Unternehmen geben sich nach wie vor große Mühe bei der Integration von Geflüchteten. Nicht zuletzt, weil sie dabei helfen können, den Fachkräftebedarf in deutschen Betrieben zu decken. Die Befragung von Flüchtlingskoordinatoren und Willkommenslotsen aus rund 70 Wirtschaftsorganisationen zeigt aber, dass die Herausforderungen dabei mitunter groß sind.

So ist die technische Ausstattung der Azubis für das mobile Arbeiten oder den Fernunterricht in der Berufsschule oft schlichtweg nicht vorhanden. Hinzu kommen schlechte Internetverbindungen in den Gemeinschaftsunterkünften. Außerdem waren die Behörden, die für die Erteilung der Arbeitserlaubnisse oder der Aufenthaltspapiere zuständig sind, im Lockdown schwieriger zu erreichen, oder sie konnten ihre Aufgaben aus dem Homeoffice nur begrenzt erfüllen.

Auch die Kontaktaufnahme zwischen Unternehmen und Geflüchteten gestaltete sich kompliziert. „Die Berufsorientierung in den Schulen oder in den Sprachkursen ist entfallen“, berichtet der DIHK. Zudem seien die allgemeinen Unterstützungsmaßnahmen unterbrochen worden, ebenso wie die Fortschritte beim Spracherwerb. Letzteres ist sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule ein Problem.

Des Weiteren haben strukturelle Gründe Geflüchteten das Leben schwer gemacht. Sie führen beispielsweise überdurchschnittlich häufig geringqualifizierte Tätigkeiten aus. Solche Jobs wurden in der Krise besonders oft gestrichen. Ebenso sind zahlreiche Azubis mit Fluchthintergrund in Lockdown-Branchen wie dem Gastgewerbe oder im Handelsbereich tätig.

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