Der Ausbildungsmarkt rutscht tiefer in der Krise. Das liegt jedoch nicht nur an der Corona-Pandemie. Weitere Gründe sind die sinkende Zahl von Schulabgängerinnen und -abgängern sowie der anhaltende Trend zu höheren Bildungsabschlüssen.

„Ausbilden ist das Gebot der Stunde!“, postuliert denn auch Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), anlässlich der Veröffentlichung von dessen Datenreport 2021. Mit Blick auf die zukünftige Fachkräftesicherung bedeuteten die starken Rückgänge im Jahr 2020 eine „noch nie dagewesene Herausforderung“, so Esser. Nur wer gerade jetzt in die berufliche Aus- und Weiterbildung investiere, werde bei wieder anspringender Konjunktur über die dringend benötigten Fachkräfte verfügen.

Konkret sank das Ausbildungsangebot im vergangenen Jahr um 8,8 Prozent beziehungsweise 50.700 Stellen auf 527.400. Die Zahl junger Menschen, die eine Ausbildungsstelle nachfragten, verringerte sich um 53.000 auf 545.700 – ein Minus von 8,9 Prozent. Die Zahlen können aufgrund von Passungsproblemen nicht einfach gegeneinander aufgerechnet werden. Diese nahmen jüngst sogar noch zu, weil viele Maßnahmen zur Berufsorientierung und zur Zusammenführung von Angebot und Nachfrage nicht oder nur eingeschränkt stattfinden konnten.

Da verwundert es nicht, dass die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2020 deutlich niedriger ausfiel als im Jahr zuvor. Insgesamt waren es 467.500. Das bedeutet ein Minus von elf Prozent beziehungsweise 57.600 Verträgen. „Der Rückgang fiel somit höher aus als während der Weltfinanzkrise zwischen 2008 und 2009“, heißt es beim BIBB weiter. Seinerzeit betrug der Rückgang 8,4 Prozent respektive 52.000 Verträge.

Der BIBB-Datenreport 2021 kann hier als vorläufige PDF-Fassung heruntergeladen werden.

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