Die Teilzeitberufsausbildung wurde 2005 im Berufsbildungsgesetz verankert und ihre Möglichkeiten 2020 erweitert. Sie lohnt sich sowohl für Betriebe als auch für Jugendliche und kann einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses leisten, berichtet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Die persönliche Situation lasse es nicht immer zu, dass junge Menschen eine Berufsausbildung in Vollzeit absolvieren können, heißt es dort. Ein Weg zu einem Berufsabschluss könne in solchen Fällen eine Ausbildung in Teilzeit sein. Die Novellierung im vergangenen Jahr ermögliche eine flexiblere zeitliche Ausgestaltung und mache sie einem größeren Personenkreis zugänglich: Sie steht nun allen Interessierten, für die eine Vollzeitausbildung eine zu hohe Hürde darstellt, zur Verfügung.

„Im Regelfall verlängert sie die Ausbildungsdauer, unter bestimmten Voraussetzungen kann diese jedoch auch verkürzt werden“, erklären die Bildungsexperten. Diese Voraussetzungen werden in einer Empfehlung definiert, die der BIBB-Hauptausschuss im Juni 2021 veröffentlicht hat. Ihr ist unter anderem zu entnehmen, wie die Dauer der Ausbildung berechnet werden kann. Gleichzeitig stellt sie sicher, dass die gesetzlichen Vorgaben in der Praxis einheitlich angewendet werden.

Allerdings wird das Potenzial der Teilzeitberufsausbildung dem Bundesinstitut zufolge noch nicht ausgeschöpft: So wurde 2019 eine Teilzeitausbildung nur bei rund 2.300 Neuabschlüssen vereinbart – das entspricht einem Anteil von weniger als einem Prozent aller Neuabschlüsse. In mehr als 87 Prozent wurden diese Vereinbarungen mit jungen Frauen geschlossen. Woran es hakt? An einem zu geringen Bekanntheitsgrad, berichten die Fachleute. Außerdem sehen sie Weiterentwicklungsbedarf bei vollzeitschulischen Ausbildungen in Teilzeit, in der Berufsschule sowie bei der Kinderbetreuung.

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