Bei den Azubis ist mitunter schon von einem verlorenen Corona-Jahrgang die Rede. Aber auch Top-Studierende und Young Professionals kämpfen hart mit negativen Effekten der Krise, wie eine Umfrage von McKinsey zeigt.

Insgesamt hat die Beratung gemeinsam mit dem Karrierenetzwerk e-fellows.net rund 5.000 Toptalente verschiedenster Fachrichtungen befragt. Mehr als die Hälfte von ihnen berichtete, dass sich die Pandemie negativ auf Berufsstart, Praktikum oder Studium ausgewirkt hat. So beklagte beispielsweise jeder fünfte Befragte eine verlängerte Studienzeit. 13 Prozent mussten den Start eines Praktikums oder eines Jobs verschieben. Bei ebenso vielen wurde er durch den Arbeitgeber verschoben.

Bei den Berufseinsteigern sieht es etwas besser aus. Etwa jeder zehnte Young Professional wechselte den Job aufgrund der Corona-Krise oder verschob einen geplanten Jobwechsel. Ähnlich wie den Studienanfängern wurde auch den Berufseinsteigern das Kennenlernen der neuen Arbeitsumgebung und der Kolleginnen und Kollegen deutlich erschwert.

Krisengewinner ist das Homeoffice-Modell: Nur etwa zehn Prozent der befragten Toptalente gaben an, zur reinen Arbeit vor Ort beziehungsweise im Büro zurückkehren zu wollen. Mehr als die Hälfte bevorzugte eine Mischung aus Präsenzmodell und Homeoffice. 30 Prozent können sich zudem ein Modell vorstellen, bei dem es egal ist, ob man von zu Hause, im Büro oder auf Reisen arbeitet. Als Vorteile werden die flexiblere Gestaltung des Arbeitstages, eine kürzere Arbeitszeit durch die wegfallende Anfahrt und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesehen. Vor allem Tätigkeiten ohne Interaktion und Termine mit längerer Anreise sollten nach Meinung der High Potentials nicht mehr an physische Anwesenheiten geknüpft werden.

Auch zum Einstiegsgehalt sollten sich die Befragten äußern. Wie bislang gewohnt lagen die Gehaltserwartungen der Frauen niedriger als die der Männer: Sie rechneten mit einem Einstiegs-Jahresgehalt von durchschnittlich 45.100 Euro. Bei den männlichen Befragten waren es satte 9.100 Euro mehr. Insgesamt aber sind die Erwartungen der High Potentials dieses Jahr gesunken. 2020 gingen Männer durchschnittlich noch von 61.800 Euro aus, Frauen von rund 50.300 Euro.

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