Das Thema Karrieremobilität gewinnt in Deutschland an Bedeutung. Das zeigt eine Umfrage der Upskilling-Plattform Degreed und von RedThread Research. Demnach gibt es fünf Trends, die Unternehmen im Blick haben sollten.

Karrieremobilität – also der Wunsch von Beschäftigten, sich beruflich zu entwickeln oder den Arbeitgeber zu wechseln – spielt in deutschen Unternehmen eine immer größere Rolle. Das zeigt eine Umfrage der Upskilling-Plattform Degreed und des Marktforschungsinstituts RedThread Research. Aber nicht nur der Wunsch von Angestellten nach mehr Freiraum und Entwicklungsmöglichkeiten im Berufsalltag zwinge Unternehmen und Führungskräfte hier aktiv zu werden. Vor allem wegen den Auswirkungen der Corona-Pandemie mussten Unternehmen auf der ganzen Welt ihre Strategien sowie die Art und Weise überdenken, wie sich ihre Beschäftigten innerhalb vorgegebener Strukturen bewegen, sagen die Studienersteller. Dies habe dazu geführt, dass Führungskräfte, HR und Dienstleister zunehmend die Bedeutung von Karrieremobilität für die Unternehmen und Mitarbeitenden erkennen. Aber hier tauchen laut Dan Tesnjak, Vice President für die EMEA-Region bei Degreed, die ersten Probleme auf. Denn viele Führungskräfte würden sich beim Nachdenken über Mobilitätsstrategien immer noch fragen, wo sie anfangen sollen.

Um Arbeitgeber, HR und Führungskräfte beim Erstellen ihrer Mobilitätsstrategien zu unterstützen, identifizieren die Studienersteller diese fünf Trends bei Unternehmen, die sich bereits mit der Thematik auseinandergesetzt haben:

  1. Mehr Experimentierfreude: Unternehmen führen neue Recruiting-Verfahren ein und probieren sie aus – zum Beispiel mit künstlicher Intelligenz (KI) gestützte Auswahlverfahren oder Kandidaten-Analysen.
  2. Gleiche Ausgangsbedingungen: Organisationen haben den Punkt Karrieremobilität früher den Beschäftigten mit hohem Potenzial und/oder denjenigen vorbehalten, die als zukünftige Führungskräfte angesehen wurden. Heute sprechen viele Führungskräfte über Karrieremobilität als eine Möglichkeit, Fragen der Vielfalt, Integration, Gleichberechtigung und Zugehörigkeit anzugehen und mehr Karrierechancen für mehr Menschen zugänglich zu machen.
  3. Mehr Karrierechancen für Beschäftigte: In dem Maße, in dem Organisationen von starren Karriereplänen abrücken, die nur ihren eigenen Interessen dienen, erweitern sich die Möglichkeiten für die Beschäftigten, ihre Karriere selbst zu gestalten.
  4. Mehr Daten, bessere Entscheidungen: Es ist schwierig, Gespräche über Karrieremobilität zu führen, ohne dabei Skills zu erwähnen. Organisationen sind bestrebt, die Fähigkeiten ihrer Beschäftigten aufgrund ihrer Erfahrung besser zu verstehen und versuchen, dies für optimale Entscheidungen in Bezug auf Talente und Mobilität zu nutzen.
  5. Möglichkeiten durch Technologie: In der Vergangenheit wurde der Punkt Mobilität weitgehend manuell angegangen und beruhte auf den von Führungskräften gewonnenen Eindrücken und darauf, wie proaktiv Beschäftigte sich einbrachten. Heute bringen Technologien eine Reihe von Erleichterungen. Die Umfrage ergab, dass immer mehr und immer ausgefeiltere Technologien verfügbar sind, die Karrierechancen transparenter machen, Beschäftigten bei der Karriereplanung helfen, Daten und Informationen zusammenführen. Dies unterstützt Führungskräfte dabei, optimale Entscheidungen zu treffen und den Beschäftigten intern Teilzeitarbeit oder befristete Stellen anzubieten.

Degreed gibt Personalverantwortlichen noch einen Tipp mit auf den Weg: „Der erste Schritt, wenn es um eine Strategie für Karrieremobilität geht, besteht in einer umfassenden Analyse der Skills in Ihrem Unternehmen, um so eine bessere Verbindung zwischen qualifizierten Beschäftigten und verfügbaren internen Karrierechancen herstellen zu können“, sagt Dan Tesnjak.

Den vollständigen Studien-Bericht finden Sie hier.

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