Unternehmen müssen sich gehörig anstrengen, um junge Talente für sich zu gewinnen. Ihre Identifikation mit dem Arbeitgeber ist gering, die Anforderungen an den Job und die Führungskräfte dagegen hoch.

Das geht aus einer Studie des Personaldienstleisters Randstad und des Marktforschungsinstituts Mentefactum hervor, für die 1.059 Beschäftigte ab 16 Jahren befragt wurden. Besonderes Augenmerk lag auf der jungen Generation der 18- bis 29-Jährigen. Lediglich 34 Prozent von ihnen gaben an, sich noch mit ihrem Arbeitgeber zu identifizieren. Mit 68 Prozent viel wichtiger ist es für sie, einen Beruf auszuüben, bei dem sie gebraucht werden. Für 66 Prozent spielt zudem gesellschaftliche Anerkennung eine Rolle. Führungsverantwortung streben dagegen nur 41 Prozent an. Nahezu zwei Drittel wollen sich lieber als Experte auf einem bestimmten Gebiet etablieren.

Unternehmen müssen der „Generation Z“ im Gegenzug viel bieten, um ihren Ansprüchen zu genügen. So suchen 56 Prozent Selbstverwirklichung im Job, 53 Prozent wollen viel freie Zeit haben. Bei den sogenannten „Boomern“, den zwischen 1955 und 1964 Geborenen, legen nur 27 Prozent besonders Wert auf viel Freizeit. 72 Prozent der jungen Berufstätigen wollen einen Sinn in ihrer Arbeit sehen.

„Nicht zuletzt der Nachhaltigkeitstrend prägt diese Erwartung und zeigt, wie wichtig der Faktor Purpose geworden ist“, kommentiert Susanne Wißfeld von Randstad Deutschland das Ergebnis. Zudem müssten sich Unternehmen darauf einstellen, dass ihre Mitarbeiter in Zukunft viel häufiger den Arbeitgeber wechseln als dies bisher der Fall war: „Ein Job fürs Leben ist nur noch für 38 Prozent der jungen Generation vorstellbar.“

Auch das Recruiting befindet sich im Wandel. Die junge Generation nimmt Unternehmen der Studie zufolge mittlerweile am stärksten über soziale Medien wahr: 33 Prozent werden bei der Berufswahl von Informationen auf sozialen Plattformen, Webseiten und der Werbung beeinflusst. Bei immerhin 25 Prozent ist, wie in alten Zeiten, auch der Rat der Familie gefragt.

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