Die Corona-Pandemie hat bei jungen Berufstätigen zu Verschiebungen in der Werteskala geführt. Respekt für die Mitarbeitenden und Anerkennung für die eigene Leistung sind ihnen wichtiger geworden. Auch Remote Work wird eingefordert, doch bestehen Bedenken wegen einer möglichen sozialen Isolation.

Das sind einige Kernergebnisse des Young Professional (YP) Survey der Employer-Branding-Beratung und Stepstone-Tochter Universum, die insgesamt 16.600 junge Berufstätige in Deutschland befragt hat. So haben rund zwei Drittel der Befragten mit einem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen oder Naturwissenschaften Interesse an Remote Work. In der Informatik sind es sogar 85 Prozent. Gleichwohl sehen viele gerade darin auch Herausforderungen: Sie befürchten, dass das Onboarding aus der Ferne nicht so effektiv ist oder Arbeitgeber im Büro präsente Mitarbeitende bevorzugen könnten.

In puncto Arbeitgeber-Attraktivität hat die Anerkennung von Leistung deutlich an Bedeutung gewonnen. „Das könnte mit der Arbeit im Homeoffice zusammenhängen“, sagt Tina Smetana von Universum. Die eigene Leistung sei dort eventuell weniger transparent als im Büro. Das mache es schwieriger, dafür die gewünschte Anerkennung zu bekommen.

Auch der Respekt gegenüber Mitarbeitenden wird von vielen jungen Berufstätigen mittlerweile stärker eingefordert. Dieser Aspekt kam zwar (noch) nicht in die Top Ten der wichtigsten Attribute für Arbeitgeber-Attraktivität. Bei den Befragten mit einem Abschluss im Ingenieurwesen oder in den Naturwissenschaften gewann er aber am meisten an Bedeutung – sowohl bei Studierenden als auch bei Young Professionals. Als möglicher Grund dafür wird die Corona-Krise angeführt.

Zugenommen hat darüber hinaus der Wunsch nach einer sicheren Anstellung, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Dagegen haben attraktive Produkte und Dienstleistungen, Prestige sowie Work-Life-Balance für junge Beschäftigte an Bedeutung verloren. Warum, ist unklar. Möglicherweise ist die Arbeitsplatzsicherheit angesichts vieler bedrohter Jobs stärker im Fokus, so Smetana. Es könne aber auch sein, dass das Homeoffice dazu beitragen konnte, mehr Work-Life-Balance zu realisieren.

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