Nachhaltigkeit entwickelt sich zu einer Kernforderung, die Studierende an ihre zukünftigen Arbeitgeber stellen. An Remote Work haben indes viele Talente weniger Interesse.

Das zeigt eine Befragung der Employer-Branding-Beratung Universum, an der deutschlandweit 53.050 Studierende verschiedener Fachrichtungen teilnahmen. Demnach beziehen über 80 Prozent der Studierenden in den Fachbereichen Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen, IT/Informatik und Naturwissenschaften das Thema Nachhaltigkeit als einen relevanten Faktor in die Wahl ihres zukünftigen Arbeitgebers ein. Wichtig ist ihnen vor allem die ökologische, weniger die ökonomische oder soziale Nachhaltigkeit. Sie könnte sich für Arbeitgeber zu einem Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb um Talente entwickeln, glaubt Tina Smetana von Universum.

Die deutsche Automobilbranche verlor indes weiter an Attraktivität bei den Studierenden, während Banken und Pharmakonzerne in der Beliebtheitsskala stiegen, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Smetana zufolge liegt die Vermutung nahe, dass Unternehmen, die im Umgang mit der Pandemie als relevant wahrgenommen werden und stark in der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, an Attraktivität als Arbeitgeber gewinnen.

Überraschend ist, dass das momentan vieldiskutierte Thema Remote Work bei vielen Befragten keine hohe Priorität genießt. Zwar bekundeten etwa im Fachbereich IT/Informatik 71 Prozent Interesse daran. Bei den angehenden Wirtschaftswissenschaftlern und Ingenieuren war es aber jeweils nur rund die Hälfte. In den Naturwissenschaften gaben sogar 59 Prozent an, kein Interesse an Remote Work zu haben. Das könne eine Auswirkung der Pandemie sein, so Smetana: „Viele Studierende sehnen sich in Anbetracht der Corona-Beschränkungen möglicherweise nach sozialen Kontakten.“ Tatsächlich wurden Isolation und fehlende soziale Kontakte zu Teammitgliedern im Zusammenhang mit Remote Work in allen vier Fachbereichen als größte Sorgen genannt.

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