Die Anstellung von Geflüchteten verbessert die Mitarbeiterzufriedenheit sowie die Attraktivität und Produktivität von Unternehmen. Zunächst sind jedoch einige Herausforderungen zu meistern.

Das geht aus einer Befragung von 100 mittleren und großen Unternehmen hervor, die seit 2015 insgesamt mehr als 4.000 Geflüchtete eingestellt haben. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) führte sie zwar vor Beginn der Kampfhandlungen in der Ukraine durch. DIW-Vorstandsmitglied und Studienautor Alexander Kritikos ist sich aber sicher: „Aus den Erfahrungen mit den Geflüchteten, die im Jahr 2015 ins Land kamen, lässt sich für die künftige Integration der ukrainischen Geflüchteten lernen.“

So berichteten 80 Prozent der Unternehmen, dass die Anstellung Geflüchteter sie als Arbeitgeber attraktiver gemacht habe. Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe gab außerdem an, dass sie durch die Anstellung Geflüchteter die Produktivität und Beschäftigungsdauer der Belegschaft steigern konnten.

Dafür mussten sie sich jedoch zunächst einigen Herausforderungen bei der Integration der Geflüchteten in das Arbeitsumfeld stellen. Dazu zählten Hürden im Einstellungsprozess, mangelnde Sprachkenntnisse und nicht anerkannte Qualifikationen. Hilfe fanden sie zum einen in staatlichen und privaten Unterstützungsangeboten. Zum anderen steuerten sie firmenintern gegen. So boten rund 75 Prozent der Unternehmen Sprachkurse an. Auch Probearbeit direkt vor Vertragsschluss spielte eine wichtige Rolle.

Seit Beginn der Pandemie stagniert die Einstellung Geflüchteter dem DIW zufolge jedoch. „Eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit über die positiv bewerteten Unterstützungsangebote und eine Weiterentwicklung der angebotenen Sprachkurse können dazu beitragen, dass wieder mehr Unternehmen Geflüchtete in ihren Betrieben einstellen“, so Alexander Kritikos. Sie sei auch in den kommenden Jahren entscheidend, wenn ukrainische Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen.

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