Die Pandemie scheint einige zum intensiveren Nachdenken über die Zukunft ihres Berufslebens gebracht zu haben. Aktuell jedenfalls berichtet etwa jeder fünfte Arbeitgeber, dass er mehr freiwillige Kündigungen verzeichnet als vor Corona.

Das geht aus einer Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half hervor, für die 1.500 Manager mit Personalverantwortung befragt wurden. Ein Hauptgrund für die Kündigungen hat sich nicht herauskristallisiert. Vielmehr liegen die Top 5 alle zwischen 10 und 14 Prozent.

Knapp an der Spitze ist die fehlende Aussicht auf eine Gehaltserhöhung oder Beförderung, gefolgt von Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit. Auch Probleme mit direkten Vorgesetzten, die Unvereinbarkeit von Werten oder der Mangel an wettbewerbsfähigen Gehältern oder Benefits waren für viele Arbeitnehmende Anlass, sich beruflich neu zu orientieren. 2019 war noch die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie der zweithäufigste Grund für eine freiwillige Kündigung. Die Ausweitung der Homeoffice-Möglichkeiten hat hier vermutlich für Entspannung gesorgt.

So oder so: Eine freiwillige Kündigung verursacht Kosten und den Verlust an Wissen, hebt Emine Yilmaz von Robert Half hervor. Um das Risiko einer solchen zu reduzieren, empfiehlt sie unter anderem eine transparente interne Kommunikation. So sind Sorgen um den Arbeitsplatz im konkreten Fall möglicherweise unbegründet, auch wenn vielerorts von einer Krise die Rede ist. Auch flexible Arbeitszeiten und Remote Work könnten zur Bindung von Mitarbeitenden beitragen.

Des Weiteren rät sie Führungskräften, ihr Team wertzuschätzen und ihm das Gefühl zu geben, wichtig für das Unternehmen zu sein. Das präge das Gruppengefühl und die emotionale Bindung. Eine kooperative Mitarbeiterentwicklung könne ihnen ebenfalls den Eindruck vermitteln, dass sie wahrgenommen und unterstützt werden. Ein weiterer wichtiger Faktor seien Werte und Unternehmenskultur, so Yilmaz: „Flache Hierarchien, Mitbestimmung und Kommunikation auf Augenhöhe stärken das Identifikationspotenzial.“ Unternehmensleitbilder dürften nicht nur imagebildend nach außen wirken, sondern müssten auch gelebt werden. Es sei eine wichtige Führungsaufgabe, dies regelmäßig zu überprüfen.

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