Da läuft etwas schief: 69 Prozent der Deutschen haben einer repräsentativen Umfrage zufolge vor mindestens einem Aspekt in einem Bewerbungsprozess Angst. Sie ist bei Frauen ausgeprägter als bei Männern, häufig aber unbegründet.

Insgesamt hat die Jobbörse Monster 2.057 volljährige Deutsche befragt. An der Spitze der Angstauslöser steht demnach das Vorstellungsgespräch mit 35 Prozent, gefolgt von den generellen Veränderungen, die mit einem Jobwechsel verbunden sind. Vor ihnen fürchten sich 28 Prozent. 23 Prozent bereiten die Verhandlungen zu Arbeitsbedingungen und Gehalt Unbehagen. Ebenso viele haben die Befürchtung, dass das Anschreiben und/oder der Lebenslauf nicht gut sind. Rund ein Viertel der Befragten hat sogar schon einmal eine Bewerbung aus einer Angst heraus doch nicht abgeschickt.

Auffallend ist, dass bei fast allen abgefragten Teilaspekten mehr Frauen als Männer angaben, dass sie ihnen Angst bereiten. Beim Vorstellungsgespräch beispielsweise betrug das Verhältnis 41 zu 30 Prozent. So gaben auch 28 Prozent der Männer, aber nur 20 Prozent der Frauen an, dass gar kein Aspekt der Bewerbung bei ihnen Angst auslöst. „In den Ergebnissen spiegelt sich wider, dass Frauen häufiger befürchten, nicht gut genug zu sein“, kommentiert Maren Hallin von Monster die Zahlen. In den allermeisten Fällen seien diese Zweifel aber gar nicht angebracht: „Frauen machen sich oft schlicht kleiner als sie sind.“

Ältere verspüren deutlich weniger Angst vor einer Bewerbung. 36 Prozent der Generation 55+ sind komplett furchtlos, bei den 18- bis 24-Jährigen haben dagegen 52 Prozent Angst vor dem Vorstellungsgespräch. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Frage, ob schon einmal eine Bewerbung aus Angst doch nicht abgeschickt wurde. 40 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, aber nur 18 Prozent der Befragten über 55 Jahren bejahten diese Frage. Über alle Altersklassen hinweg liegt die Ursache der Angst am häufigsten darin begründet, nicht alle Anforderungen in der Stellenbeschreibung zu erfüllen.

„Der besonders hohe Anteil bei den jüngeren Menschen sollte uns aufschrecken lassen“, so Hallin. Unter Umständen müssten hier mehr Unterstützungs- und Beratungsangebote geschaffen und proaktiv in Schulen, Ausbildungsbetriebe und Hochschulen gebracht werden, um Ängste abzubauen und jungen Menschen mehr Zuversicht und Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu geben.

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