Fachkräfte waren auf dem Arbeitsmarkt in vielen Berufsbildern schon vor der Pandemie rar gesät. Mittlerweile ist der Mangel noch größer als im Februar 2020, zeigt eine Analyse von Indeed. Branchenindividuell gibt es bei der Nachfrage jedoch große Unterschiede.

Als Maß für die Aktivität auf dem Arbeitsmarkt hat die Jobbörse die Stellenausschreibungen auf seinem Portal herangezogen. Diese lagen, saisonal bereinigt, im Oktober 2021 um 34,5 Prozent über dem Stand vom 1. Februar 2020. Innerhalb der letzten vier Wochen haben die Stellenausschreibungen um 5,5 Prozent zugenommen.

Im internationalen Vergleich war der deutsche Arbeitsmarkt insgesamt weniger stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. So lag der maximale Rückgang der Stellenausschreibungen bei -20,7 Prozent im Mai 2020. Großbritannien dagegen hatte im Juni 2020 mit einem Rückgang von -60,2 Prozent zu kämpfen. Mittlerweile haben aber alle verglichenen Ländern das Vorkrisenniveau überstiegen.

Das gilt für nahezu alle Berufe, wenngleich ein Blick in die Details zeigt, dass die Bandbreite sehr groß ist. Stellenausschreibungen in Reinigungs- und Hygieneberufen beispielsweise haben im Vergleich zum Vorkrisenniveau um 92,1 Prozent zugelegt. Auch Personaler werden stark gesucht, hier war eine Zunahme um 58,7 Prozent zu verzeichnen. Dagegen ist die Anzahl an Stellenanzeigen für Berufe in Erziehung und Bildung seit dem 1. Februar 2020 „nur“ um 28,6 Prozent gewachsen.

„Aktuell übersteigt die Nachfrage in vielen Berufen die bereits durch Fachkräftemangel gezeichnete Situation vor Beginn der Corona-Pandemie“, kommentiert Annina Hering von Indeed die Ergebnisse. Damit werde die Notwendigkeit, bisher ungenutztes Arbeitskräftepotenzial für den Arbeitsmarkt zu aktivieren, wieder relevanter. Für Jobsuchende bedeute das, dass sie aktuell eine sehr große Bandbreite an Jobangeboten durchsuchen können. Arbeitgeber dagegen konkurrieren wieder stärker um Fachkräfte.

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