Was Onlinehändler in Sachen E-Commerce und digitaler Kommunikation leisten, hat Standards gesetzt. Gleiches wird mittlerweile auch in Bewerbungsverfahren erwartet – jedoch oft vergeblich, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Insgesamt hat der HR-Softwareanbieter Softgarden zwischen August und November 2021 mehr als 6.200 Bewerberinnen und Bewerber befragt. Die meisten von ihnen nutzen Apps im Alltag, lediglich 2,8 Prozent halten sich weitgehend fern von ihnen. Des Weiteren nutzen 58,4 Prozent von ihnen täglich soziale Medien, während 72,4 Prozent mehrmals in der Woche Video-Streams schauen. Jüngere sind erwartungsgemäß besonders digitalaffin.

Bewerber nutzen des Weiteren vor allem Smartphones, Tablets und Notebooks. 50,3 Prozent nutzen stationäre Rechner nur noch selten oder nie. Entsprechend gaben 56,3 Prozent der Befragten das Notebook als wichtigstes Medium für die Jobsuche an, jedoch nur mit geringem Abstand zu Smartphones und Tablets.

In puncto Bewerbung ist die Sachlage deutlicher: 71,2 Prozent bevorzugen hierfür ihr Notebook. Smartphones und Tablets kamen „nur“ auf 48,9 Prozent. „Im Moment nutzen vermutlich noch sehr viele Bewerber ihre Notebooks, weil Bewerbungsformulare zwar in vielen Fällen mobiloptimiert, aber nicht unbedingt mobilfreundlich sind“, heißt es dazu bei Softgarden.

Wo der Schuh drückt, wurde in über 1.000 Kommentaren deutlich, in denen die Befragten über ihre Erfahrungen mit digitalen Bewerbungssystemen berichten konnten. Probleme machten ihnen demnach Systemabstürze, mangelnde Transparenz, ausbleibende Antworten und umständliche, veraltete Verfahren. Oft würden „altbackene Prozesse“ dazu führen, dass der Prozess abgebrochen wird. Manche gaben an, ihre Bewerbung sogar verworfen zu haben, weil die Nutzung der Portale umständlich oder fehlerbehaftet war.

„Das E-Recruiting darf die mittlerweile im E-Commerce und in der digitalen Kommunikation erreichten Standards nicht länger unterschreiten“, fasst Softgarden-Geschäftsführer Mathias Heese die Umfrageergebnisse zusammen. Würden sich Online-Shops die Prozesse leisten, die einige Unternehmen im Recruiting einsetzen, wären sie seiner Meinung nach innerhalb kürzester Zeit vom Markt verschwunden.

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