Viele Arbeitgeber versuchen, ausgeschriebene Stellen mit dem Ausblick auf eine „Karriere“ attraktiver für Bewerbende zu gestalten. Das geht allerdings an einem Großteil der Zielgruppe vorbei, denn nur die wenigsten Fachkräfte mit Berufsausbildung interessieren sich dafür.

Das geht aus einer Befragung des Portals meinestadt.de hervor, an der 4.200 solcher Fachkräfte teilnahmen. Sie machen bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit 61,2 Prozent die Mehrheit aus, während nur 19,2 Prozent von diesen über einen Hochschulabschluss verfügen. „Mit der Gießkanne versuchen Arbeitgeber alle Gruppen gleichermaßen mit dem Versprechen von großen Karrieren in die Unternehmen zu locken“, kritisieren die Autoren.

77 Prozent der befragten Fachkräfte mit Berufsausbildung würden stattdessen viel mehr Wert auf die Sicherheit des Arbeitsplatzes und ein pünktlich ausgezahltes Gehalt legen. Gute Aufstiegschancen waren dagegen nur für 24,9 Prozent „sehr wichtig“. Dieses Bild wird durch weitere Zahlen gestützt. Wenn sie zwischen „Zeit für mich und meine Familie“ oder „guten Aufstiegsmöglichkeiten im Job“ wählen müssten, würden knapp 85 Prozent die erste Option wählen.

Darüber hinaus legen Fachkräfte verstärkt Wert auf eine gute Beziehung zu den Kolleginnen und Kollegen, eine positive Unternehmenskultur und zugewandte Vorgesetzte. Jeweils eine knappe Mehrheit schätzte diese Aspekte als sehr wichtig bei der Jobwahl ein. Das Image des Arbeitgebers oder moderne Produkte und Dienstleistungen fielen dagegen mit rund 34 beziehungsweise 18 Prozent deutlich ab.

Ohnehin verlassen sich die wenigsten Fachkräfte bei der Jobsuche ausschließlich auf die Angaben in Stellenanzeigen, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. 71,8 Prozent konsultieren die Karriereseite. Außerdem stehen Presseberichte und Arbeitgeberbewertungen mit etwa 60 respektive 57 Prozent bei der Recherche hoch im Kurs.

Aktuelle Beiträge