Der Fachkräftemangel wird sich voraussichtlich verstärken. Zudem verändert sich auch die Zusammensetzung des Fachkräfteangebots deutlich. Das prognostiziert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln.

„Der deutsche Arbeitsmarkt steht kurz vor einem grundlegenden Umbruch“, konstatiert Dr. Wido Geis-Thöne vom IW Köln. Grund dafür ist ein „aller Voraussicht nach“ deutlicher Einbruch der Erwerbspersonenzahlen durch den Übergang der geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer in den Ruhestand.

Wie sich die Fachkräftebasis bis 2040 entwickeln wird, ist allerdings eine Rechnung mit zwei großen Variablen. Die eine betrifft die Wanderungsbewegungen zwischen Deutschland und dem Ausland, die andere ist die Erwerbsbeteiligung der über 60-Jährigen. Während diese beiden Faktoren nur schwer genau vorhersagbar seien, ließen sich alle anderen relevanten Determinanten der Entwicklung der Fachkräftebasis relativ genau prognostizieren. Daher hat das Institut Berechnungen zur Entwicklung der Fachkräftebasis unter drei verschiedenen Annahmen zu Wanderungsbewegungen und zur Erwerbsbeteiligung vorgenommen.

Im ersten Szenario bleibt die Zahl der am Arbeitsmarkt aktiven Fachkräfte zwischen 20 und 69 Jahren nahezu konstant. Das gelinge jedoch nur bei „sehr positiven Verläufen“ in beiden Bereichen, die wohl durch ordnungspolitische Maßnahmen unterstützt werden müssten. Bei einer geringen Zuwanderung und einem geringen Anstieg der Erwerbsbeteiligung könnte sich der Rückgang der Fachkräfte auf 4,2 Millionen oder zwölf Prozent belaufen. Nach jetzigem Stand am plausibelsten ist ein mittleres Szenario, bei dem mit einem Rückgang um 3,1 Millionen oder von 8,8 Prozent zu rechnen ist.

„In jedem Fall wird es dabei zu einer starken Verschiebung zwischen den akademischen und den beruflich qualifizierten Erwerbspersonen kommen“, heißt es in dem Report weiter. So steige die Zahl von Ersteren bis zum Jahr 2040 in allen betrachteten Szenarien stark an, wohingegen bei Letzteren ein viel stärkerer Rückgang als bei den Fachkräften insgesamt zu verzeichnen sei.

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