Der Fachkräftemangel, die Digitalisierung und erhöhter Wettbewerbsdruck sind in naher Zukunft die größten Herausforderungen für mittelständische Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe. Die Pandemie verliert dagegen an Bedrohungspotenzial.

Das geht aus einer Befragung von Führungskräften durch das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn hervor. Auch Innovationen, das Unternehmenswachstum, der Klimawandel und die Unternehmensnachfolge bereiten vielen von ihnen Kopfzerbrechen, wenn sie an zukünftige Herausforderungen denken. Die Pandemie wird mittlerweile als weniger bedrohlich angesehen, doch hat sie andere Herausforderungen wie die Rohstoffknappheit verstärkt.

„Abhängig von der Zugehörigkeit zum Mittelstand zeigen sich Unterschiede bei der Prioritätensetzung. Während die mittelständischen Unternehmen dem Fachkräftemangel eine etwas höhere Priorität zusprechen, messen die managergeführten Unternehmen dies eher der Digitalisierung zu“, berichtet IfM-Präsidentin Professorin Dr. Friederike Welter. Ähnliches sei hinsichtlich der Unternehmensgröße zu beobachten: „Offenkundig haben kleine und mittlere Unternehmen schon jetzt häufiger Probleme, Fachkräfte zu finden, als größere Unternehmen.“ Dagegen sähen sich letztere mit einem steigenden Wettbewerbsdruck konfrontiert, der auf steigenden Rohstoffpreisen sowie Marktveränderungen beruhe.

Die meisten Befragten wissen, was zu tun ist. So hat im Gegensatz zur letzten Befragung dieser Art im Jahr 2019 inzwischen die Mehrzahl der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe konkrete Digitalisierungsvorhaben entwickelt. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Optimierungen entlang der Wertschöpfungskette – angefangen bei Warenwirtschaftssystemen im Einkauf über die Automatisierung der Produktion bis hin zu E-Commerce-Lösungen.

Einige Unternehmen planen außerdem, smarte Produkte zu entwickeln. Zugleich wachse damit aber auch der Druck, sich vor Datendiebstahl und Cyberkriminalität zu schützen. Kleinstunternehmen nannten zudem fehlende Fachexpertise sowie mangelnde Ressourcen als Umsetzungshürden.

Diese und weitere Ergebnisse der Befragung können im Chartbook Zukunftspanel 2022 des IfM Bonn nachgelesen werden.

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