Deutsche Familienunternehmen genießen einen ausgezeichneten Ruf. Ausgerechnet bei der jungen Generation scheint dieser aber zu bröckeln, wie eine PwC-Studie zeigt. Moderne Arbeitgeberqualitäten werden eher mit Konzernen in Verbindung gebracht. Dafür punkten sie mit Tradition und Werteorientierung.

Für die Studie hat die Beratung 1.000 Bürgerinnen und Bürger befragt. Gerade bei der auf dem Arbeitsmarkt besonders umworbenen Zielgruppe der 18- bis 29-Jährigen stieß sie dabei auf eine größere Skepsis gegenüber Familienunternehmen als bei Älteren. So bezeichneten zwar 61 Prozent von ihnen solche Betriebe als Rückgrat der deutschen Wirtschaft – im bundesdeutschen Schnitt waren es aber 80 Prozent. Als Innovationsmotor sahen sie nur 54 Prozent der Jüngeren, insgesamt aber 71 Prozent an.

Insgesamt leiden Familienunternehmen unter einem „etwas angestaubten Image“, konstatieren die Autoren. Bei Gehältern, Karrieremöglichkeiten und internationalen Karriere- und Einsatzchancen sah rund die Hälfte der Befragten Konzerne am besten aufgestellt. Lediglich für jeden zehnten von ihnen hatten die Familienunternehmen hier die Nase vorn. Ähnlich sah es bei Themen wie Agilität, Innovation und Digitalisierung aus.

Trotz aller Kritikpunkte sind sie als Arbeitgeber beliebt: 30 Prozent würden am liebsten in einem Familienunternehmen beschäftigt sein. Damit liegen sie nur einen Prozentpunkt hinter dem Spitzenreiter, dem öffentlichen Dienst. Dagegen bezeichneten nur 13 Prozent Konzerne als ihre Wunsch-Arbeitgeber. Zudem wird ihnen bei Themen wie dem Engagement für regionale Projekte oder der Sicherstellung fairer Arbeitsbedingungen mehr zugetraut als anderen.

„Es gibt eine große Lücke zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit“, kommentiert Uwe Rittmann von PwC Deutschland die Ergebnisse der Studie. Familienunternehmen seien ausgesprochen krisenfest und wirtschaftsstark. Zudem seien sie vielfach Weltmarktführer. „Offenbar ist es notwendig, dass die Unternehmen diese Wirtschaftsstärke auch selbstbewusst und offensiv nach außen verkaufen“, so Rittmann weiter: „Hidden war definitiv gestern.“

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