Stellenanzeigen und Jobportale reichen nicht mehr, um als Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen. Nötig ist ein breiter Mix. Insbesondere junge Menschen suchen verstärkt auf Google und in den sozialen Medien.

Das geht aus einer Randstad-Studie hervor, für die 3.727 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitsuchende im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt wurden. Trotz ohnehin schon guter Werte in der Vergangenheit konnte die Suchmaschine aus Mountain View noch einmal zulegen: 27 Prozent der Wechselwilligen „googeln“ nach Jobs. Das sind vier Prozentpunkte mehr als 2021. Auf den Plätzen folgen Jobportale mit 23 Prozent. 22 Prozent vertrauen persönlichen Empfehlungen, während 20 Prozent Recruiting-Agenturen hinzuziehen.

Von einem regelrechten Boom kann man bei den sozialen Medien sprechen. Suchten im vergangenen Jahr erst 10 Prozent über diese Kanäle nach einem neuen Job, sind es mittlerweile 21 Prozent. Facebook steht dabei mit 58 Prozent an der Spitze, fiel aber von 76 Prozent hinunter. Auf Instagram suchen 52 Prozent, auf Twitter und Tiktok 33 respektive 29 Prozent. Diese Anbieter legten allesamt im Vergleich zu 2021 zu. Überraschend ist, dass Linkedin und Xing nur von 16 beziehungsweise 12 Prozent der Wechselwilligen zur Jobsuche genutzt wird.

Dass Bewerberinnen und Bewerber verstärkt dort Stellen suchen, wo sie sich in ihrer Freizeit aufhalten – in den sozialen Medien –, deute auf die hohe Wechselwilligkeit und Spontaneität bei der Jobsuche hin, sagt Dr. Carolin Herbst von Randstad. Arbeitgeber sollten sie folglich dort abholen, wo sie sind, und ihr Recruiting breit aufstellen. Zwar würden bereits zahlreiche Unternehmen soziale Medien für ihr Active Sourcing nutzen. Stellenanzeigen würden jedoch vor allem auf Firmenwebsites und Jobportalen geschaltet.

Apropos Jobportale: Hier wird der Studie zufolge Indeed von den meisten Wechselwilligen besucht. Bei der Bundesagentur für Arbeit suchen nur noch 30 Prozent – ein Rückgang um 18 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Firmeneigene Karriereseiten liegen mit 13 Prozent nur auf Platz 8 der Suchkanäle. „Eine Stellenanzeige auf der eigenen Website und im Jobportal zu schalten, reicht nicht mehr“, findet Carolin Herbst. Wer auf allen Kanälen mit Job-Angeboten präsent ist, erhöhe seine Chancen, die richtigen Kandidaten zu erreichen.

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