Keine Regeln ohne Ausnahmen: Zwar ist die Privatsphäre in Vorstellungsgesprächen heilig. In manchen Situationen sind Fragen nach einer Schwangerschaft, Vorstrafen oder dem Gesundheitszustand aber trotzdem erlaubt.

Gefragt werden darf grundsätzlich nur, was für die Durchführung des geplanten Arbeitsverhältnisses sachlich relevant ist, berichtet die Jobbörse Careerbuilder. So seien Fragen nach dem Familienstand, der Herkunft oder des Alters aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) verboten. Personaler haben jedoch Spielraum – etwa bei der berechtigten Frage nach der beruflichen Erfahrung des Bewerbers, die Rückschlüsse auf das Alter zulässt.

Zudem dürfen sie in Ausnahmefällen einige unzulässige Fragen trotzdem stellen. Schwangerschaften sind beispielsweise in den Gesprächen tabu – selbst bei befristeten Stellen, bei der die Bewerberin die Arbeit aufgrund der Schwangerschaft zum Großteil nicht bewältigen könnte. Die Frage ist der Jobbörse zufolge jedoch zulässig, wenn sich die Kandidatin auf eine Stelle bewirbt, die eigens für die Schwangerschaftsvertretung einer Mitarbeiterin eingerichtet wurde.

Auch Fragen nach der Religion oder einer etwaigen Parteizugehörigkeit dürfen in der Regel nicht gestellt werden. Es sei denn, es handelt sich um konfessionelle oder parteipolitische Arbeitgeber, die ein berechtigtes Interesse daran haben, dass sich die Konfession oder die politische Überzeugung des zukünftigen Arbeitnehmers mit der eigenen deckt. Vorstrafen oder Ermittlungsverfahren gehen den potenziellen Arbeitgeber indes nichts an. Die Fragen sind aber berechtigt, wenn sie für den entsprechenden Arbeitsplatz relevant sind.

Fragen zu körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen sind ebenfalls nicht erlaubt – außer wenn der Arbeitgeber aufgrund der speziellen Anforderungen des Jobs berechtigte Zweifel an der Eignung des Bewerbers hat. Generell muss kein Bewerber Auskunft über seinen Gesundheitszustand geben, heißt es bei Careerbuilder weiter. Werden solche Fragen doch gestellt, hat der Bewerber das Recht zu lügen, um im Bewerbungsprozess nicht benachteiligt zu werden. Leidet er aber an einer ansteckenden Erkrankung, die andere im Arbeitsumfeld gefährden könnte, muss er das dem zukünftigen Arbeitgeber mitteilen.

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