Viele Unternehmen suchen nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Coronakrise wieder zunehmend Personal mit speziellen Fähigkeiten. Dabei machen immer mehr aus der Not eine Tugend: Mittlerweile werden vier von zehn Stellen intern besetzt. Die dazugehörigen Prozesse sind aber noch ausbaufähig.

Das geht aus einer Befragung des HR- und Payroll-Dienstleisters SD Worx hervor, an der 2.746 Entscheidungsträger aus 14 europäischen Ländern teilgenommen haben. Wie wichtig das Thema Recruiting für sie ist, zeigt, dass es binnen eines Jahres von Platz zehn auf Rang drei der HR-Prioritäten geklettert ist.

In Deutschland gaben die Befragten an, rund 43 Prozent der freien Stellen intern zu besetzen. Bei 23 Prozent hat diese Zahl seit Beginn der Corona-Krise zugenommen. International gibt es teils deutliche Unterschiede: Während in der Schweiz und in Irland eine neue Stelle mit 53 beziehungsweise 52 Prozent häufiger intern als extern besetzt wird, liegt die Quote in den skandinavischen Ländern bei nur 19 Prozent.

Bei der Identifizierung und Ansprache möglicher interner Kandidatinnen und Kandidaten gibt es noch Verbesserungspotenzial, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. So kommunizieren nur 32 Prozent der Entscheidungsträger Stellenangebote auch intern, in Deutschland sogar nur 26 Prozent. Dass sich Managerinnen und Manager mit der HR-Abteilung darüber abstimmen, welche Talente sie suchen, ist nur in drei von zehn europäischen Unternehmen Usus. Darüber hinaus besprechen nur 27 Prozent der Vorgesetzten Karriere- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten mit Angestellten.

Interne Mobilität hat Vorteile, berichtet SD Worx. Dazu zählen niedrigere Rekrutierungskosten und eine gesteigerte Motivation und Arbeitgeberattraktivität. Sie könne unter anderem mit digitalen Tools unterstützt werden. Insgesamt 55 Prozent der Befragten setzen entsprechende Systeme ein. Ein Talent Management System oder ein Personalplanungstool nennen aber nur 17 beziehungsweise 15 Prozent ihr Eigen. In Deutschland liegen die Zahlen mit 28 respektive 22 Prozent hier allerdings höher als im europäischen Durchschnitt.

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