Die Wechselbereitschaft ist in Deutschland so hoch wie noch nie. Arbeitgeber müssen sich gehörig anstrengen, um attraktive Gesamtpakete für unterschiedliche Zielgruppen zu schnüren. Jüngeren ist ein gutes Gehalt wichtig, Älteren das Wohlbefinden und der Führungsstil.

Das sind Kernergebnisse einer repräsentativen Studie von Xing E-Recruiting, für die im Januar 1.004 volljährige Erwerbstätige in Deutschland sowie 200 Personalentscheiderinnen und -entscheider in Unternehmen ab 50 Beschäftigten befragt wurden. Demnach sind derzeit 37 Prozent der Erwerbstätigen offen für einen neuen Job – oder haben sogar schon konkrete Schritte für einen Wechsel in die Wege geleitet. Gleichzeitig haben 52 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten, passende Bewerberinnen und Bewerber zu finden.

Sie für sich zu gewinnen, erfordert unterschiedliche Herangehensweisen: Je älter die Befragten waren, desto wichtiger waren ihnen Wohlbefinden (Wellbeing) und Führungsstil. 18- bis 29-Jährige legten tendenziell zwar großen Wert auf individuelle Arbeitsbedingungen, gutes Führungsverhalten und Sinnhaftigkeit. Letzten Endes gab für sie aber das Gehalt den entscheidenden Ausschlag für den Jobwechsel. „Bei jungen Beschäftigten muss heute das Gesamtpaket stimmen“, betont Frank Hassler von der Xing-Betreiberin New Work SE. Die meisten achteten bei ihrem zukünftigen Arbeitgeber auf ein höheres Gehalt und eine gute Unternehmenskultur. Sie wollten eine Aufgabe, die zu ihnen passt und die sie in ihrer Entwicklung weiterbringt.

Bei den altersbedingt besserverdienenden Babyboomern und der Generation X spielt Geld hingegen eine untergeordnete Rolle bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Der Wunsch nach gutem Führungsverhalten ist bei dieser Generation mit 61 Prozent am ausgeprägtesten, gefolgt von flexibler Arbeitszeiteinteilung und persönlicher Sinnerfüllung im Job. Für die Babyboomer spielen unter anderem die Gesundheitsvorsorge für Mitarbeiter und das Engagement für das psychische Wohlergehen eine wichtige Rolle.

„Unternehmen dürfen beim Recruiting nicht länger auf das Gießkannen-Prinzip setzen“, glaubt Frank Hassler. Gefragt seien intelligente Hiring-Strategien, mit denen man Recruiting individualisieren und an die unterschiedlichen und im Laufe der Zeit wechselnden Bedürfnisse von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern anpassen kann.

Aktuelle Beiträge