Drei Jahre haben Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zum Thema „Künstliche Intelligenz, Chatbots und Rekrutierung“ geforscht. Ihr Abschlussbericht zeigt Stärken und Schwächen der Technologie auf.

Ziel des von der Adecco Stiftung für Arbeit und soziales Leben finanzierten Projekts war es, das Verhältnis von Mensch und Maschine im Personalwesen zu untersuchen. Dazu wurden Interviews mit potenziellen Nutzerinnen und Nutzern, Personalerinnen und Personalern sowie KI-Expertinnen und -Experten geführt.

Im Ergebnis halten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Chatbots zwar für geeignete Dialogsysteme, um Prozesse im HR-Bereich effizienter zu gestalten. Sie verweisen jedoch gleichzeitig darauf, dass Chatbots intelligenter werden und individueller auf die Nutzerinnen und Nutzer eingehen müssen. Auch im Recruiting zeigte sich ein differenziertes Bild: Algorithmen in Personalabteilungen könnten einerseits bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Recruiterinnen und Recruiter seien aber mitunter skeptisch, sich auf die reine Datenlage zu verlassen. Bei sensiblen Themen mit personenbezogenen Daten sowie bei zukunftsrelevanten Empfehlungen werde der Mensch gegenüber der Maschine bevorzugt.

KI wird vor allem dann akzeptiert, wenn Entscheidungen als fair empfunden werden, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Hier besteht offenbar noch dringender Handlungsbedarf – etwa, was die aktive Vermeidung von Diskriminierung angeht. „Häufig finden diskriminierende Merkmale, zum Beispiel die Beurteilung nach demographischen Merkmalen, in Modellen Anwendung, auf deren Grundlage Empfehlungen generiert werden“, schreiben die Forschenden. Deshalb sei ein hoher Grad an Transparenz wichtig, der die KI-gestützte Personalgewinnung erklärbar macht.

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