Es sind immer mehr Stellen ausgeschrieben: Gut 1,7 Millionen Arbeitsplätze waren im ersten Quartal dieses Jahres unbesetzt – so viele wie nie.

Nie waren in Deutschland mehr Stellen ausgeschrieben als im ersten Quartal 2022. Mit 1,74 Millionen Arbeitsplätzen hat die Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erneut einen Rekordwert ergeben. Demnach stieg die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorquartal um 51.000 (3 Prozent), im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar um 612.500 oder 54 Prozent.

„Nicht nur die Zahl der offenen Stellen ist nach der Corona-Krise wieder stark angestiegen, auch die Zahl der Arbeitslosen ist […] gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich gesunken“, wird IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis in einer Mitteilung zur Veröffentlichung der Zahlen zitiert. „Dies ist ein Hinweis darauf, dass sich die Personalsuche in vielen Bereichen wieder schwieriger gestaltet.“ Die Arbeitslosen-Stellen-Relation lag laut den IAB-Zahlen im ersten Quartal 2022 bei 1,4, das heißt, auf 100 von den Betrieben ausgeschriebenen offenen Stellen kamen rund 140 arbeitslos gemeldete Personen. Vor exakt zehn Jahren hatte die Quote noch bei 4,0 gelegen, die Wahrscheinlichkeit, als Arbeitgeber geeignete Bewerber zu finden, war entsprechend deutlich höher.

Die IAB-Stellenerhebung erhebt viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden, anhand einer Betriebsbefragung. Im ersten Quartal 2022 lagen Antworten von rund 7.600 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche vor.

Einen Hinweis auf den sich weiter verschärfenden Fachkräftemangel hatte auch eine Auswertung der Jobplattform Stepstone ergeben. Auch dort wurden im März 2022 55 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben als im Vorjahresmonat, sodass Arbeitsmarktexperte Tobias Zimmermann von einer drohenden „Arbeiterlosigkeit“ spricht.

Quelle: Personalwirtschaft.de

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