Die Corona-Pandemie hat in der Zeitarbeitsbranche nur zu einem kurzen Einbruch geführt. Die führenden Unternehmen steigerten ihren Umsatz 2021 um durchschnittlich 20,9 Prozent und sind wieder in der Nähe des Vorkrisenniveaus. Insbesondere der Fachkräftemangel bleibt ein Treiber ihres Geschäfts.

Das geht aus einer Analyse des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk hervor. Demnach konnten alle 25 führenden Dienstleister ihre Umsätze gegenüber dem Jahr 2020 steigern. Seinerzeit gingen die Umsätze um 16,4 Prozent zurück. Rund die Hälfte der 25 im Ranking aufgeführten Unternehmen hat bereits wieder das Umsatzniveau von 2019 erreicht oder gar übertroffen. Der kumulierte Umsatz der Listenunternehmen belief sich 2021 auf rund 9,3 Milliarden Euro.

„Der Markt für Zeitarbeit stellt sich damit trotz anhaltender Pandemie und Lieferkettenproblematik als äußerst robust dar“, kommentiert Lünendonk-Partner Thomas Ball das Ergebnis. Die starke Entwicklung der Zeitarbeitsunternehmen sei ein Indikator für den großen Personalbedarf der deutschen Wirtschaft, den sie aus eigener Kraft nicht kurzfristig decken kann oder möchte. Die insgesamt 82 von Lünendonk analysierten Unternehmen verzeichneten einen Auftragszuwachs von 1,8 Milliarden Euro. Davon entfielen allein 1,5 Milliarden Euro auf die Top 25.

Konkret verzeichnete Randstad mit einem Umsatzplus von 21,3 Prozent das absolut größte Wachstum der 25 Listenunternehmen. Das Unternehmen konnte damit den Abstand zur zweitplatzierten Adecco ausbauen. Randstad berichtete einen Umsatz von 1.895 Millionen Euro – ein Plus von 333 Millionen Euro. Adecco lag mit einem Plus von 9,8 Prozent bei 1.217 Millionen Euro. Auf den Plätzen folgen Persona Service, Manpower und House of HR Germany.

Getrieben vom Personal- und Fachkräftemangel fragen Kunden vermehrt Personalvermittlung nach, so ein weiteres Ergebnis der Analyse. 3 Prozent der Umsätze aller teilnehmenden Zeitarbeitsunternehmen entfallen inzwischen auf die Direktvermittlung. „Die Komplexität der Rekrutierung und der damit verbundene Zeitaufwand sind zuletzt immer weiter gestiegen“, erklärt dazu Lünendonk-Beraterin Lena Krumm. Viele Unternehmen könnten das nicht mehr mit internen Ressourcen bewältigen. Rund 60 Prozent der Vermittlungsaufträge sind Zusatzaufträge im Rahmen bestehender Kundenbeziehungen aus dem Zeitarbeitsgeschäft.

Die Liste „Führende Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland“ kann auf der Lünendonk-Website kostenfrei nach einer Registrierung heruntergeladen werden.

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