Was vor Arbeitsgerichten so alles verhandelt wird...

So ernst die Sachverhalte und Schicksale auch sind, über die vor Arbeitsgerichten verhandelt wird: Ab und an gibt es Fälle, die sind so ungewöhnlich, dass Sie nur aus dem wahren Leben stammen können. Und auch dem Einfallsreichtum mancher Prozessbeteiligter scheinen kaum Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, Handlungen und Verhaltensweisen juristisch rechtfertigen zu wollen.

Hier finden Sie eine Reihe von skurrilen Urteilen, die entweder wegen ihres Sachverhalts oder aber wegen der Sprache, die die Richter zur Begründung ihrer Entscheidung gewählt haben, ebenso skurril wie lesenswert sind:

  • LAG Düsseldorf, 27.05.1998 - 12 (18) Sa 196/98:

    >>Der Tritt ins Gesäß der unterstellten Mitarbeiterin gehört auch dann nicht zur "betrieblichen Tätigkeit" einer Vorgesetzten, wenn er mit der Absicht der Leistungsförderung oder Disziplinierung geschieht. Daher sperrt § 105 Abs. 1 SGB VII nicht Ansprüche auf Schadensersatz, insbesondere auf Schmerzensgeld.<<     mehr...

 

  • ArbG Detmold, 23. 08. 2007  - 3 Ca 842/07 (n.rkr.):

    >>Der Streit entstand, weil der Beklagte im Rechtsstreit (ArbG Detmold -1 Ca 1129/06) vorzutragen wagte, was nun der Klägerin sehr missfällt. Sie fordert deshalb Schmerzensgeld. Dass der Beklagte schweigen soll verlangt sie ferner voller Groll. Was ist der Grund für ihre Klage? Nun, der Beklagte hat in X. einst einen Spielbetrieb besessen. Die Klägerin ihrerseits indessen erhielt -als Aufsicht eingesetzt für diese Tätigkeit zuletzt als Stundenlohn, wie man das kennt
    nur 7 Euro und 11 Cent.<<         mehr...

 

  • LAG Sachsen, 19.12.2001, 2 Sa 957/00:

    >>Das Wort "Depp" wird vielfach synonym für "Blödmann" oder "Idiot" verwendet. Ein "Depp" ist ein Mensch, der aufgrund seines Verhaltens o. ä. in verächtlicher oder ärgerlicher Weise als einfältig oder dumm angesehen wird (Duden "Bedeutungswörterbuch" Bd. 10, Stichwort "Depp"). Die Bezeichnung als "Depp" stellt eine derbe Charakterisierung der Persönlichkeit oder des Verhaltens eines Menschen dar, für die es einen Hintergrund geben mag. Einen Tatsachenkern hat der "Depp" aber jedenfalls nicht in dem Sinne, daß er einem gerichtlich verwertbaren Beweis zugänglich wäre. Gerade deshalb stellt eine derartige Beschimpfung auch keine durch das Grundrecht der Meinungsfreiheit gedeckte oder gar gerechtfertigte Verletzung des Persönlichkeitsrechts des betroffenen Adressaten dar. Erschwerend kommt hinzu, daß die Beleidigung nicht allein dem Beklagten zu Ohren gekommen ist, sondern - über das Führungsgremium - einer nicht untergeordneten betrieblichen Hierarchieebene.<<           mehr...

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