Der verpflichtende Arbeitgeberzuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge greift vom kommenden Jahr an auch für Verträge, die vor 2019 abgeschlossen wurden. Das Versicherungsunternehmen Aon rät, sich bereits jetzt mit der Umsetzung zu befassen.

Auf Grundlage des Betriebsrentenstärkungsgesetzes seien Arbeitgeber von 2022 an verpflichtet, auch bei älteren Verträgen 15 Prozent Zuschuss zur Entgeltumwandlung zu zahlen – sofern sie dabei Sozialabgaben sparen und Tarifverträge nicht dagegensprechen. Die Regelung gelte für Bestandsverträge, die eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds betreffen.

Das ist leichter gesagt als getan, erklärt Anja Kahl von Aon: „Allein die Entscheidung zugunsten der pauschalen oder ‚spitzgerechneten‘ Zuschuss-Variante entscheidet in erheblichem Maße über den Aufwand der Administration.“ Arbeitgeber müssten unter anderem prüfen, welche tariflichen beziehungsweise betrieblichen Regelungen greifen und wie die Struktur von Belegschaft und Gehältern aussieht.

Erst wenn die Rahmenbedingungen geklärt seien, könne die praktische Umsetzung erfolgen. Auch hier wartet Arbeit, denn jeder neue Vertrag oder auch die Änderung eines bestehenden Vertrages müsse von den Mitarbeitenden unterschrieben werden. Vorab sei zudem in jedem Einzelfall eine individuelle Information erforderlich.

Die Abstimmung mit den Versicherern brauche ebenfalls Zeit. Bestehende Verträge ließen sich oft nicht einfach erhöhen. „Die Vertragsgestaltung ist entscheidend bei der Umsetzung der Zuschüsse“, betont Marcus Schnelle von Aon. Umso wichtiger sei es, eine für alle Seiten gute Lösung auszuhandeln.

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