Nein, das Rad der betrieblichen Altersversorgung (bAV) wird 2022 nicht neu erfunden. Bei den versicherungsförmigen Durchführungswegen gibt es aber drei wichtige Änderungen zu beachten. Darauf weist der HR- und bAV-Lösungsanbieter Lurse hin.

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) sieht einen gesetzlichen Zuschuss der Arbeitgeber von 15 Prozent der Entgeltumwandlung vor. Für Neuverträge ist er bereits seit Anfang 2019 verpflichtend. Vom 1. Januar 2022 an tritt er dann auch für Altverträge in Kraft.

Lurse empfiehlt zunächst die Prüfung, ob der Zuschuss gegebenenfalls auf eine bestehende Versorgungszusage angerechnet werden kann. Ansonsten müsste er zusätzlich auf den bisherigen Entgeltumwandlungsbetrag geleistet werden. Da manche Versicherer dies nicht zulassen, müsse sich der Arbeitgeber in solchen Fällen für eine Alternative entscheiden. Da eine direkte Auszahlung außerhalb der bAV ausgeschlossen ist, käme die Zahlung in einen Neuvertrag dem Gesetz am nächsten.

Des Weiteren wird der Höchstrechnungszinssatz für Versicherer auf 0,25 Prozent p. a. abgesenkt:Die damit in der Regel verbundene Reduktion der Beitragsgarantie auf unter 100 Prozent für Neuverträge wirkt sich insbesondere auf Gruppenverträge aus, die bislang als Beitragszusage mit Mindestleistung ausgestaltet sind.“ Fast alle Versicherer führten derartige Gruppenverträge für neuversicherte Personen nur noch als beitragsorientierte Leistungszusage mit einer Beitragsgarantie in Höhe von 90 Prozent oder weniger fort. Daher bestehe gegebenenfalls Abstimmungsbedarf mit dem jeweiligen Versicherer.

Schließlich hat auch die Absenkung der Beitragsbemessungsgrenze (West) in der allgemeinen Rentenversicherung Auswirkungen auf die bAV. Sie sinkt zum 1. Januar 2022 von 7.100 auf 7.050 Euro. Damit vermindert sich auch die Steuerfreigrenze von 6.816 auf 6.768 Euro jährlich, die Sozialversicherungsfreiheit von 3.408 auf 3.384 Euro jährlich. Sofern 2021 eine Entgeltumwandlungserklärung abgegeben worden ist, die eine dieser Höchstgrenzen ausschöpft, bestehe möglicherweise Klärungsbedarf. Aufgrund des hohen Aufwands und der geringen Beträge, um die es geht, rät Lurse, zu prüfen, den Beitrag eventuell nicht abzusenken.

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