Sechs von zehn europäischen Unternehmen beauftragen einer Umfrage zufolge einen externen Dienstleister mit der Verwaltung ihrer Lohn- und Gehaltsabrechnungen oder planen dies zumindest. In Deutschland ist man da sehr viel zurückhaltender. Warum, bleibt unklar.

Insgesamt hat der HR- und Payroll-Dienstleister SD Worx im Juni 2021 fast 3.000 Unternehmen in zwölf europäischen Ländern befragt. Demnach wird das Payroll-Outsourcing attraktiver: Betriebe in der Schweiz und Italien etwa haben ihre Aktivitäten in diesem Bereich innerhalb des letzten Jahres von sechs beziehungsweise 17 Prozent auf 20 beziehungsweise 26 Prozent ausgeweitet. Auch in Belgien, Frankreich und den Niederlanden ist die Beteiligung an Outsourcing-Projekten im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. In Deutschland war dagegen nur eine Aufwärtsentwicklung von 0,5 Prozent zu verzeichnen. Hier werde vorgezogen, den Großteil der HR-Projekte intern durchzuführen, schreibt SD Worx.

Die durchschnittliche Anzahl europäischer Unternehmen, die ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung überwiegend oder vollständig auslagern oder das zumindest in Betracht ziehen, ist seit 2020 von 16 auf 21 Prozent gestiegen. Belgien sei diesbezüglich „nach wie vor“ führend. Des Weiteren sähen im Schnitt 8,6 Prozent der Unternehmen in Europa keine Probleme darin, den Payroll-Prozess vollständig auszulagern. Auch hier sind die Deutschen vorsichtiger und bilden mit 4,9 Prozent das Schlusslicht der befragten Länder.

Am häufigsten wurde, wie bereits 2020, die Automatisierung von HR-Prozessen ausgelagert. Die Lohn- und Gehaltsabrechnung steht nach gesetzlichen Regelungen bereits auf dem dritten Platz, gefolgt von Projekten zur digitalen Transformation und im Recruiting. „Die einzigen Länder, in denen das Payroll-Outsourcing nicht zu den fünf wichtigsten Bereichen zählt, sind Polen, Irland, Spanien und Deutschland“, heißt es bei SD Worx weiter.

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