Firmen-Fitnessprogramme sind bei Beschäftigten beliebt und lohnen sich aus steuerlichen Gründen auch für Arbeitgeber. Aus gegebenem Anlass weist der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) jedoch darauf hin, die aktuelle Rechtsprechung im Auge zu behalten.

Zum einen berichten die Steuerexperten in diesem Zusammenhang über ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH, Az.: VI R 14/18). Darin geht es um eine Unternehmerin, die mittels eines einjährigen Vertrages Nutzungslizenzen einer Fitnesskette erwarb und es ihren Mitarbeitern so ermöglichte, bei sämtlichen Fitness-Partnern zu trainieren. Wer sich für das Programm anmeldete, musste allerdings auch einen monatlichen Eigenanteil zahlen. Da hierdurch die 44-Euro-Freigrenze nicht erreicht wurde, glaubte die Unternehmerin, dass kein geldwerter Vorteil zu versteuern sei.

Diese Rechnung hatte sie jedoch ohne das zuständige Finanzamt gemacht. Es bewertete die einjährige Vertragsbindung dahingehend, dass der geldwerte Vorteil den Mitarbeitern als Jahresbetrag zugeflossen und die Freigrenze somit überschritten sei. Das BFH gab schließlich der Arbeitgeberin recht. Das Urteil sei bisher aber weder im Bundessteuerblatt veröffentlicht noch auf der Liste des Bundesfinanzministeriums bezüglich der Anwendung neuer BFH-Entscheidungen vorgesehen, berichtet der DStV: „Arbeitgeber mit vergleichbaren Sachverhalten sollten diese Quellen daher einmal mehr im Blick behalten.“

Knifflig ist auch, wie umsatzsteuerrechtlich mit Beitragsfortzahlungen während der behördlichen Schließung von Fitnessstudios umzugehen ist. Nach einer Abstimmung auf Bund-Länder-Ebene gelte diesbezüglich zweierlei: Sagt ein Fitnessstudiobetreiber seinen Kunden zu Beginn der Schließzeiten zu, dass eine Beitragsfortzahlung zu einer taggenauen Zeitgutschrift führt, die eine Verlängerung des abgeschlossenen Dauervertrages zur Folge hat, handelt es sich um eine umsatzsteuerpflichtige Anzahlung. Sagt er seinen Kunden zu Beginn der Schließzeiten zu, dass bei Beitragsfortzahlung ein Gutschein entsprechend dem ursprünglich gebuchten Leistungsumfang für eine beitragsfreie Zeit, die der Dauer der Schließzeit entspricht, ausgestellt wird, handelt es sich um Anzahlungen auf einen Einzweck-Gutschein.

Aktuelle Beiträge