Das Geschlecht, das Bundesland der Anstellung, die Betriebsgröße, eine tarifliche Bezahlung sowie das Anforderungsniveau einer Tätigkeit – das sind fünf wesentliche Faktoren, die die Höhe der Gehälter innerhalb der gleichen Berufsgruppe bestimmen.

Zu diesem Ergebnis kommt das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung nach der Auswertung von 62.758 Datensätzen des institutseigenen Portals Lohnspiegel.de. Die Daten stammen aus einer nicht-repräsentativen Online-Umfrage zwischen Anfang 2020 und Ende Januar 2021. Aufgrund der hohen Fallzahlen erlauben sie aber nach Angaben der Autoren detaillierte Einblicke in die tatsächlich gezahlten Entgelte.

Die Auswertung zeigt unter anderem, dass sich eine solide berufliche Qualifikation für Beschäftigte bezahlt macht. Wer etwa nach einer mehrjährigen Berufsausbildung noch eine Meister- oder Technikerausbildung absolviert, könne mit einem Gehaltsplus von etwa 14 Prozent rechnen. Wer in seinem Berufsfeld zu den Topverdienern gehören will, sollte zusätzlich noch ein Studium absolvieren und etwa einen Ingenieursabschluss erwerben. Innerhalb des gleichen Berufsfeldes bringe das einen Gehaltszuwachs von rund 41 Prozent.

Auch die anderen vier Faktoren beeinflussen den individuellen Lohn erheblich. So verdienen Frauen bei gleicher Berufserfahrung im gleichen Beruf mit dem gleichen Anforderungsniveau etwa acht Prozent weniger als Männer. Des Weiteren liegen die Gehälter in Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten rund sechs Prozent unter denen in Betrieben mit 100 bis 500 Beschäftigten. Tarifgebundene Betriebe zahlen ebenfalls deutlich mehr: „Hier liegt das Lohnplus im Durchschnitt bei elf Prozent“, berichtet die Stiftung. Regional gesehen wird in Baden-Württemberg und Hamburg am besten gezahlt, während Sachsen und Sachsen-Anhalt am anderen Ende der Tabelle stehen.

Neben den fünf erwähnten Faktoren gibt es der Auswertung nach eine Reihe von weiteren Einflüssen auf die Höhe des Gehalts. Dazu zählen das Berufsfeld selbst, die Berufserfahrung und ob jemand im Job Leitungsverantwortung übernommen hat. Wer es genauer wissen will: Das WSI hat einen Lohn- und Gehaltscheck entwickelt, mit dem Beschäftigte kostenfrei und ohne Eingabe einer E-Mail-Adresse für über 500 Berufe eine genaue Vergleichsberechnung durchführen können.

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